Ungeachtet russischer Proteste wollen die USA in Zukunft noch mehr ukrainische Sicherheitskräfte ausbilden. Auf Einladung der ukrainischen Regierung werde die US-Armee von Herbst an auch Soldaten und Spezialeinsatzkräfte schulen, die dem Verteidigungsministerium unterstehen, sagte Mark Toner, Sprecher des Außenministeriums in Washington. Die Ausbildung erfolgt demnach nicht im Kampfgebiet an der russischen Grenze, sondern an der Grenze zu Polen.

Der Schwerpunkt der Ausbildung werde auf Taktik und medizinischer Versorgung in Gefechtssituationen liegen, sagte Toner. Seit 2014 hätten die USA die Ukraine mit mehr als 244 Millionen Dollar sicherheitstechnisch unterstützt – das neue Programm mit eingerechnet. Im vergangenen Jahr bildete die US-Armee 300 ukrainische Soldaten als Sanitäter für das Kampfgebiet aus; seit dem Frühling schult sie auch die ukrainische Nationalgarde, die im Osten des Landes gegen prorussische Separatisten kämpft. Russland hatte gegen den Einsatz von US-Militärausbildern protestiert.

Auch Großbritannien, Kanada und Polen beteiligen sich an der Ausbildung des ukrainischen Militärs. Präsident Petro Poroschenko hofft zudem auf Waffenlieferungen, wie sie vom US-Repräsentantenhaus gefordert werden. Die Vereinigten Staaten hätten jedoch nicht vor, Waffen in die Ukraine zu liefern, versicherte Mark Toner. Außenminister John Kerry hatte schon zuvor beteuert, er halte an einer diplomatischen Lösung fest.