Nach Berichten über mindestens acht tote Zivilisten bei einem türkischen Luftangriff im Nordirak hat das türkische Außenministerium Ermittlungen eingeleitet. Es werde jede Anstrengung unternommen, um zivile Opfer bei Luftangriffen zu vermeiden, hieß es in einer Erklärung. Dem Ministerium zufolge hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder im Lager Zergele aufgehalten, aber keine Zivilisten. "Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt", hieß es weiter. Das Außenministerium versprach, bei der Untersuchung mit der kurdischen Regionalbehörde im Nordirak zusammenzuarbeiten und das Ergebnis umgehend zu veröffentlichen.

Anwohner hatten berichtet, dass bei dem Bombardement mindestens acht Zivilisten getötet und sieben verletzt worden seien. Kurdische Medien sprachen von einem "Massaker". Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK im irakischen Kurdistan begonnen und den Friedensprozess mit der Organisation aufgekündigt. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen. In dem Konflikt sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 40.000 Menschen umgekommen.

Der Präsident des autonomen Kurdistans im Nordirak, Massud Barsani, hat die aus der Türkei stammenden PKK-Rebellen jetzt aufgefordert, die Region zu verlassen. Er fürchtet weitere zivile Opfer. Barsani verurteilte die jüngsten Bombardements und forderte beide Seiten auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.