Kamerun beteiligt sich mit fast 2.500 Soldaten an der internationalen Militärkoalition gegen die Islamistengruppe Boko Haram. Der Präsident habe der Entsendung zugestimmt, erklärte Verteidigungsminister Edgar Alain Mebe Ngo'o im Radio. Die Eingreiftruppe, die von Nigeria und Kamerun, Benin und dem Tschad gebildet wird, soll aus insgesamt 8.700 Soldaten bestehen.

Die Boko-Haram-Extremisten kämpfen seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 15.000 Menschen getötet. Die Islamistengruppe wurde in den vergangenen Monaten durch eine gemeinsame Militäroffensive Nigerias und seiner Nachbarländer geschwächt. Als Reaktion verübten die Extremisten vermehrt Selbstmordanschläge in Nigeria, Kamerun und im Tschad.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari, der im Mai Goodluck Jonathan an der Staatsspitze ablöste, macht dem Militär Druck, Erfolge im Kampf gegen Boko Haram zu liefern. In dieser Woche gab er den Streitkräften seines Landes eine Frist von drei Monaten vor. Innerhalb dieses Zeitraums solle die Terrorgruppe besiegt werden. Buhari hatte im Wahlkampf mit dem Versprechen geworben, den Kampf gegen die Extremisten zu verstärken. Im Juli tauschte er die Führungsriege des Militärs aus.