Bei der Explosion einer Autobombe nahe einem Gebäude der Sicherheitskräfte im Norden Kairos sind mindestens sechs Polizisten verletzt worden. Wie das ägyptische Innenministerium mitteilte, habe am frühen Donnerstagmorgen ein Auto vor der Sicherheitsabsperrung des Komplexes angehalten und sei in die Luft geflogen – der Fahrer war demnach zuvor auf einem nachfolgenden Motorrad geflohen. Die Detonation zerstörte die Fassade des Regierungsgebäudes. In den Straßen im Umkreis waren zersplitterte Fenster zu sehen.

Ägypten hatte in diesem Monat ein neues Anti-Terror-Gesetz erlassen, nachdem es in diesem Sommer zu einer Reihe von Angriffen und Tötungen gekommen war. Unter anderem wurde der ägyptische Generalstaatsanwalt Hischam Barakat Ende Juni bei einer Autobombenexplosion in Kairo getötet.

In den 54 Artikeln des neuen Gesetzes, das Präsident Abdel Fattah al-Sissi am vergangenen Sonntag unterzeichnete, wird eine sehr breit gefasste Definition für den Begriff des Terrorismus verwendet. Unter anderem gilt ein Akt, der die öffentliche Ordnung durch Gewalt stört, in Zukunft als Terror. Journalisten, die sich nicht der Regierungslinie anpassen, können für die Veröffentlichung "falscher Nachrichten" bestraft werden. Menschenrechtsgruppen kritisierten das neue Gesetz.

Ägypten hat seit mehr als zwei Jahren kein Parlament. Al-Sissi selbst übt neben der exekutiven auch die legislative Macht aus und hat seit seinem Amtsantritt vor 14 Monaten Dutzende neue Gesetze eingeführt. Jegliche Debatte darüber findet hinter verschlossenen Türen oder in den regierungstreuen Medien statt.