Laut türkischen Medienberichten sind in der Nähe des Dolmabahçe-Palasts im Zentrum von Istanbul Schüsse abgegeben worden. Auch eine Explosion soll in der Nähe des beliebten Touristenziels zu hören gewesen sein. Verletzt wurde offenbar niemand.  

Nach Informationen des Senders Al-Dschasira galten die Schüsse den Wachsoldaten am Tor des Palastes. Die Polizei habe eine Hauptverkehrsstraße gesperrt, die am Palast vorbeiführt. Die private Nachrichtenagentur DHA meldete, nach dem Vorfall seien zwei Verdächtige in der Nähe des deutschen Generalkonsulats festgenommen worden. Die Festgenommenen hätten automatische Waffen getragen.

Der ehemalige Sultanspalast Dolmabahçe am Bosporus ist der Sterbeort des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk und heute ein Museum, das jedes Jahr Hunderttausende Besucher anzieht. Neben dem Palast befindet sich das Istanbuler Amtsgebäude des türkischen Ministerpräsidenten. Das deutsche Konsulat liegt rund einen Kilometer entfernt auf einem Hügel über dem Bosporus.

Acht tote Soldaten bei Angriff in Siirt

In der Türkei kommt es seit dem Anschlag von Suruç immer wieder zu Gewalttaten und zu Gefechten zwischen der Armee und kurdischen Rebellen. Bei einem Angriff in der südosttürkischen Provinz Siirt wurden Berichten zufolge acht Soldaten getötet. Verantwortlich sollen Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sein. Als Reaktion soll eine großangelegte Militäroperation in der Region gestartet worden sein, berichtet unter anderem CNN Türk.

Die türkische Armee hatte nach dem Anschlag eine Offensive sowohl gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" in Syrien als auch gegen die PKK begonnen. Seitdem flog die Luftwaffe zahlreiche Angriffe gegen kurdische Stellungen im Nordirak. Bei Razzien im Inland wurden zudem zahlreiche Kurden-Aktivisten festgenommen.

Vergangene Woche hatten Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Istanbul eine Polizeiwache angegriffen. Dabei starben vier Menschen. Zeitgleich griffen Anhänger der ebenfalls verbotenen linksextremistischen Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) das US-Konsulat in Istanbul an. Eine Angreiferin wurde verletzt und festgenommen.