Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hält die von der US-Regierung erteilte Genehmigung von Probebohrungen des Ölkonzerns Shell vor der Küste Alaskas für unverantwortlich. "Die Arktis ist ein einzigartiger Schatz", schrieb die frühere Außenministerin auf Twitter. "Wir dürfen das Risiko der Bohrungen nicht eingehen." Clinton geht damit auf Distanz zu US-Präsident Barack Obama, dessen Regierung endgültig grünes Licht für die Probebohrungen gegeben hatte.

Die Entscheidung wurde auch von Umweltschützern scharf kritisiert. Sie lehnen Bohrungen nach fossilen Brennstoffen in der Arktis ab, da sie negative Folgen für die Tierwelt am Nordpol fürchten.

Shell hatte bereits im Juli mit den Bohrarbeiten begonnen, die US-Behörden verboten dem Konzern jedoch zunächst, in tiefere ölführende Schichten unter dem Meer vorzudringen, weil noch ein Schiff fehlte, das im Notfall den Bohrschacht hätte schließen können, um eine Ölpest zu verhindern. Mit der Ankunft dieses Schiffes wurden die Auflagen für einen der Schächte nun aufgehoben.

Hillary Clinton gilt bei den US-Demokraten als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur. Sie unterstützt Obamas Klimaschutzziele. Beobachter gehen davon aus, dass sie mit ihrer Äußerung ihr umweltpolitisches Profil schärfen will. Zu dem ebenfalls umstrittenen Bau der Ölpipeline Keystone XL bezog Clinton bislang nicht eindeutig Stellung. Keystone XL soll von der kanadischen Provinz Alberta, die über eines der größten Teersandvorkommen der Welt verfügt, über insgesamt 1.900 Kilometer bis zu den Raffinerien im US-Bundesstaat Texas führen. Umweltschützer warnen vor katastrophalen Folgen möglicher Lecks. Obama hatte im Februar sein Veto gegen das Keystone-Gesetz eingelegt.