Angesichts des Flüchtlingsandrangs in Griechenland gibt es nach Informationen in der EU konkrete Überlegungen, das Land kurzfristig stärker zu entlasten. Erwogen werde, mehr als die bisher vorgesehene Zahl von 40.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien auf die Mitgliedsländer umzuverteilen, schreibt Die Welt in ihrer Samstagsausgabe. "Allein im Juli kamen in Griechenland mehr als 50.000 Flüchtlinge an. Die Entwicklung ist so dramatisch, dass Griechenland stärker entlastet werden muss als geplant", zitierte die Zeitung hohe EU-Kreise.

Ursprünglich war vorgesehen, 16.000 Flüchtlinge aus Griechenland und 24.000 Flüchtlinge aus Italien per Quote auf die Mitgliedsländer der Europäischen Union zu verteilen. "Das reicht nicht mehr. Es wäre jetzt dringend erforderlich, die Zahlen für Griechenland aufzustocken, sodass die EU-Staaten mehr als 16.000 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen", heißt es dem Bericht zufolge aus EU-Kreisen.

Ob das gelingt, ist offen. Denn bisher schafften es die EU-Staaten nicht einmal, sich auf einen Verteilungsschlüssel für die fraglichen 40.000 Flüchtlinge zu verständigen. Bei einem Sondertreffen am 20. Juli fanden die Innenminister zunächst eine Lösung zur Umverteilung von gut 32.000 Migranten aus den Mittelmeer-Ankunftsstaaten. Zudem sollen rund 22.500 Flüchtlinge aus Ländern außerhalb der EU aufgenommen werden, etwa aus Lagern nahe der syrischen Grenze.