Der linke Flügel der griechischen Syriza-Partei um den früheren Energieminister Panagiotis Lafazanis hat eine neue Partei gegründet: 25 Abgeordnete bildeten eine eigenständige Parlamentsgruppe unter der Führung von Lafazanis. Der Name der neuen Fraktion werde Laiki Enotita (LAE) sein – Volkseinheit. Damit ist die Spaltung der Partei des am Vortag zurückgetretenen Regierungschefs Alexis Tsipras offiziell besiegelt.

Die neue Fraktion ist die drittstärkste Kraft im Athener Parlament – nach der Syriza-Partei mit jetzt nur noch 124 Abgeordneten und der konservativen Nea Dimokratia (ND) mit 76 Abgeordneten. Der frühere Finanzminister Yanis Varoufakis ist nicht Teil der neuen Parlamentsgruppe, ebenso wenig die Parlamentspräsidentin Zoi Konstantopoulou. Beide hatten wiederholt die Sparpolitik der Regierung verurteilt.

Bereits kurz nach dem Rücktritt von Tsipras hatte der linke Parteiflügel verkündet, die neue Partei verstehe sich als "Front gegen die Sparpolitik". Sie solle als politischer Arm der fast 62 Prozent der Griechen dienen, die beim Referendum über das Sparprogramm am 5. Juli mit Nein gestimmt hatten. Bei der Wahl am 20. September werde man mit der Forderung antreten, alle Hilfsprogramme zu stoppen und die Sozialkürzungen rückgängig zu machen, verkündete die Linke Plattform auf ihrer Internetseite. Der Ausverkauf des Staatseigentums müsse gestoppt und Griechenland auf einen "neuen Kurs der nationalen Unabhängigkeit" gebracht werden.

Aus Kreisen der Linken hieß es, das Projekt werde allerdings von Anfang an finanzielle Schwierigkeiten haben.