Der Iran hat Informationen über sein Atomprogramm fristgerecht an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) übermittelt. Teheran habe Dokumente mit Bezug auf frühere Aktivitäten in Wien eingereicht, teilte die UN-Behörde mit.

Die IAEA erhofft sich dadurch vor allem Aufschluss über angebliche Atomwaffenprojekte der Islamischen Republik. Bislang hat der Iran stets bestritten, derartige Projekte verfolgt zu haben.

Die IAEA und Teheran haben 2013 eine Übereinkunft geschlossen, die eine enge Zusammenarbeit und weitreichende Überprüfungen in dem Land vorsieht. Im Juli einigten sich der Iran sowie die fünf UN-Vetomächte und Deutschland in Wien auf ein Atomabkommen. Demnach darf der Iran zwar Atomkraft zivil nutzen, aber zugleich soll der Bau von Atomwaffen durch bislang einmalige Rüstungskontrollen ausgeschlossen werden. Im Gegenzug stimmte der Westen einer Aufhebung von Sanktionen zu, die insbesondere die iranische Wirtschaft lähmten. 

Das bislang geltende Waffenembargo soll durch ein fünf Jahre befristetes Verbot ersetzt werden, Waffen zu kaufen. Der Iran werde international Hilfe erhalten für den Bau von Atomkraftwerken. Iranische Studenten sollen wieder Kernkrafttechnik studieren dürfen. Der Kompromiss umfasse auch Inspektionen der iranischen Atomanlagen durch UN-Kontrolleure, hieß es von Diplomaten. Der Zugang der Kontrolleure solle aber nicht überall und jederzeit möglich sein. Der Iran habe das Recht, die Inspektionen auch zu verzögern.

Chamenei angeblich gegen Atomabkommen

Unterdessen gibt es Zweifel, ob das iranische Parlament das Abkommen tatsächlich billigen wird. Nach Angaben eines prominenten Hardliners ist der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei gegen das Atomabkommen. Der Herausgeber der Zeitung Keyhan, Hossein Schariatmadari, machte in einem Leitartikel entsprechende Aussagen. Damit gab es zum ersten Mal öffentlich einen Hinweis auf den Standpunkt Chameneis, der im Iran das letzte Wort bei allen Staatsangelegenheiten hat. Schariatmadari gilt als enger Vertrauter Chameneis.

Chamenei hat sich bislang noch nicht für oder gegen den Deal geäußert. Allerdings hatte er den Unterhändlern seines Landes des Öfteren seine Unterstützung ausgedrückt. Moderate im Iran gehen davon aus, dass das Abkommen ohne Chameneis Billigung während der Verhandlungen gar nicht erst zustande gekommen wäre. Das iranische Parlament und der Oberste Nationale Sicherheitsrat beraten über das Abkommen in den kommenden Tagen.