Die israelische Regierung hat erste Maßnahmen im Kampf gegen jüdische Extremisten angekündigt. Verteidigungsminister Mosche Jaalon genehmigte, dass radikale israelische Siedler in die umstrittene Verwaltungshaft genommen werden dürfen. Sie erlaubt es, Verdächtige ohne Anklage praktisch uneingeschränkt festzuhalten. Diese Form der verschärften Haftbedingungen wird bereits für Palästinenser angewandt.       

"Dem jüdischen Terrorismus muss mit denselben Mitteln begegnet werden wie dem arabischen Terrorismus", ließ Jaalon mitteilen. Ziel der Verwaltungshaft ist es, dass Ermittlern somit theoretisch die Möglichkeit gegeben werden soll, Beweise zu sammeln und zugleich weitere Anschläge zu verhindern. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte eine "Null-Toleranz-Politik" gegenüber den Tätern an. "Wir sind entschlossen, Hass, Fanatismus und Terrorismus von welcher Seite auch immer rigoros zu bekämpfen."

Nach dem Anschlag auf eine palästinensische Familie, dem Tod eines Kleinkinds und einer Messerattacke eines ultraorthodoxen Juden auf eine Homosexuellenparade in Jerusalem, bei der eine 16-Jährige ihren Verletzungen erlag und fünf weitere verletzt worden waren, steht die Regierung unter Druck, stärker gegen jüdische Extremisten vorzugehen. Zwar hatte Netanjahu beide Anschläge scharf verurteilt und im Fall des Brandanschlags von "Terrorismus" gesprochen. Dennoch wird seiner rechtsgerichteten Regierung vorgeworfen, das Problem nicht ausreichend anzugehen. 

Schimon Peres: "Wer gegen israelische Araber hetzt, darf sich nicht wundern"

Auch die Palästinenser erklärten, nur wenig Hoffnung in eine Regierung zu setzen, an der die nationalistische und religiöse Rechte sowie Anhänger des Siedlungsbaus beteiligt sind. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wies seinen Außenminister an, wegen des Anschlags Beschwerde beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag einzureichen.

Für den Brandanschlag auf die Familie werden radikale jüdische Siedler verantwortlich gemacht. Diese attackieren regelmäßig Palästinenser und deren Häuser. Umgekehrt sind Siedler auch immer wieder Ziele von Angriffen radikaler Palästinenser.

Bei einer Anti-Gewalt-Kundgebung in Tel Aviv äußerte sich auch Ex-Präsident Schimon Peres. "Diejenigen, die gegen israelische Araber hetzen, sollten nicht überrascht sein, wenn Kirchen und Moscheen brennen und wenn letztlich nachts ein Baby verbrennt", sagte er.