Durch den Jemen-Konflikt sind nach UN-Angaben seit Ende März fast 400 Kinder ums Leben gekommen. Eine ähnlich hohe Zahl von Minderjährigen sei von bewaffneten Gruppen als Kämpfer rekrutiert worden, teilte Unicef in einem Bericht mit.

Im Jemen geht eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit Ende März gegen die Huthi-Rebellen vor. Die Aufständischen hatten seit dem vergangenen Jahr weite Teile des Landes überrannt, darunter die Hauptstadt Sanaa, woraufhin Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi ins benachbarte Saudi-Arabien floh.

Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros kamen bis vergangenen Freitag mindestens 1.950 Zivilisten bei den Kämpfen um. Unicef gab die Zahl der bis vergangene Woche getöteten Kinder mit 398 an. Doch könne die Zahl der Opfer weit höher liegen. 377 Kinder seien zum Kämpfen gezwungen worden, 1,3 Millionen hätten ihre Häuser verlassen.

"Abdul war vier Jahre alt und wurde von einem Scharfschützen getötet", wurde in dem Bericht die sieben Jahre alte Nada Nussir zitiert. "Ich will nicht so sterben wie er."

Rund zehn Millionen Kinder im Jemen – oder die Hälfte der Bevölkerung des Landes – seien zudem dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, hieß es in dem Unicef-Bericht weiter. Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen in den am ärgsten von den Gefechten betroffenen Regionen hätten ein größeres Risiko, Komplikationen bei der Geburt zu erleiden, weil sie keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hätten.