Das niederländische Parlament hat das dritte Hilfsprogramm für Griechenland mit einer knappen Mehrheit angenommen. Die neuen Milliarden-Hilfen waren bereits in Deutschland, Spanien, Österreich und Estland akzeptiert worden. Damit ist das Paket durch: Die Euro-Finanzminister hatten angekündigt, nach der Abstimmung in den Niederlanden rasch die erste Rate von 26 Milliarden Euro freigeben zu wollen. 

In der Debatte im niederländischen Parlament wurde das Hilfsprogramm sowohl von den Koalitionsparteien der Rechtsliberalen und Sozialdemokraten als auch von der linksliberalen Oppositionspartei D66 befürwortet. Die übrigen Oppositionsparteien, darunter überraschend auch die Christdemokraten, lehnten die Milliarden-Hilfen dagegen ab. Die Zustimmung des Parlaments war formal nicht zwingend nötig. Allerdings hatten zahlreiche Fraktionen sie beantragt.

Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, der auch Chef der Eurogruppe ist, hatte das Rettungspaket in der Debatte als absolut notwendig verteidigt. "Wenn ein Land so am Abgrund steht wie Griechenland, dann hilft nur Pragmatismus." Dijsselbloem äußerte sich auch zuversichtlich, dass sich der IWF an dem Rettungspaket beteiligen werde.

Ein wichtiger Punkt in der Debatte war eine Ankündigung von Ministerpräsident Mark Rutte. Der Rechtsliberale hatte im Wahlkampf 2012 neue Hilfen für Griechenland kategorisch ausgeschlossen. "Kein Cent mehr für Griechenland", hatte Rutte gesagt. Diese Äußerung holte ihn jetzt ein: Oppositionspolitiker warfen ihm Wahlbetrug vor. Der Rechtspopulist Geert Wilders brachte ein Misstrauensvotum gegen Rutte ein, das aber scheiterte.

Rutte gestand ein, dass er sein Wahlversprechen nicht eingehalten habe. Man müsse Verantwortung übernehmen, und manchmal entwickelten sich die Dinge anders als vorhergesehen. "So ist das nun mal in der Politik", sagte der Regierungschef.