Bei einem Angriff der kurdischen Guerillagruppe PKK sind im Südosten der Türkei drei Soldaten getötet worden. Sechs ihrer Kameraden seien bei den Gefechten in der Gegend von Dağlıca in der Region Hakkâri verletzt worden, einer davon schwer, teilte die Armee mit. Damit kamen seit dem Zusammenbruch der 2013 geschlossenen Waffenruhe zwischen der türkischen Regierung und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Ende Juli mehr als 30 Soldaten bei PKK-Angriffen ums Leben.

Die seit zwei Jahren geltende Waffenruhe war nach einem Anschlag der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) auf prokurdische Freiwillige in Suruç zerbrochen. Viele Kurden gaben der islamisch-konservativen Regierung in Ankara eine Mitschuld an dem Anschlag, weil sie die Dschihadisten zu lange habe gewähren lassen. Nach dem Anschlag rief Ankara einen "Krieg gegen den Terror" aus und startete eine Doppeloffensive gegen den IS und die PKK, doch richten sich die Angriffe bisher fast ausschließlich gegen die kurdischen Rebellen.

Der PKK-Führer Murat Karayılan warnte die türkische Armee vor der Fortsetzung der Offensive. "Sie haben einen großen Fehler begangen, indem sie uns angegriffen haben, und werden dafür einen hohen Preis zahlen", sagte der PKK-Kommandeur der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat. Die PKK werde weitere "Vergeltungsschläge" verüben. Karayılan führt die Guerillagruppe seit der Inhaftierung ihres Oberkommandeurs Abdullah Öcalan.