Die USA wollen die Nutzung von Drohnen in Kriegs- und Krisengebieten in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. Nach Informationen des Wall Street Journal plant das Verteidigungsministerium, die Zahl der täglichen Flüge von derzeit 61 auf 90 im Jahr 2019 auszuweiten.

Ziel der Erhöhung ist demnach, die "Aufklärungs- und Angriffsfähigkeit" in Ländern wie der Ukraine, dem Irak oder Syrien und in Regionen wie dem südchinesischen Meer und Nordafrika zu verbessern. Die Luftwaffe, die derzeit für den Großteil der Drohnen-Einsätze zuständig ist, soll dazu künftig verstärkt vom Heer, dem Kommando für Spezialoperationen und Dienstleistern unterstützt werden.

In der Amtszeit von Präsident Barack Obama ist das geheime Drohnen-Programm massiv ausgeweitet worden. Zuletzt wurde es 2011 aufgestockt. Die US-Regierung nutzt Kampfdrohnen unter anderem zur sogenannten gezielten Tötung von Terrorverdächtigen.

Einsatz umstritten

Der Einsatz der unbemannten Flugzeuge ist umstritten. Kritiker warnen vor einer "Entkoppelung" der steuernden Soldaten vom Kriegsgeschehen. Durch den Einsatz von Kampfdrohnen werde die Tötung von Menschen digitalisiert. Die Schwelle zum Krieg sinke

Bei den Angriffen werden regelmäßig auch Zivilisten getötet. Allein in Pakistan wurden nach Angaben der UN im Zeitraum von 2004 bis 2013 mindestens 400 Unbeteiligte getötet. Der von Stämmen dominierte Osten des Landes gilt als Rückzugsgebiet für die Taliban und ist eines der großen Einsatzgebiete für die Drohnen. Seriöse Schätzungen für die weltweiten Todeszahlen unter den Zivilisten existieren nicht, auch weil die USA Berichte über Angriffe und "Kollateralschäden" teilweise dementieren. 

Wie Kampfdrohnen aus der Ferne angreifen, erfahren Sie in folgendem Video: