Vizepräsident Joe Biden erwägt eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen in den USA. Seine Berater hätten mit entsprechenden Vorbereitungen begonnen, berichten übereinstimmend New York Times und AP unter Berufung auf Personen aus Bidens Umfeld. 

Mitarbeiter des Vizepräsidenten hätten dafür mit Spendern und anderen führenden Persönlichkeiten der Demokratischen Partei gesprochen. Bisher ist Hillary Clinton die einzige aussichtsreiche Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Zuletzt hatte sie allerdings in Umfragen geschwächelt, zudem macht ihr eine E-Mail-Affäre zu schaffen.

Bereits im Frühjahr hatte es erste Spekulationen gegeben, dass der 72-jährige Biden gegen Clinton antreten könnte. Nach der Krankheit und dem Krebstod seines Sohnes Beau im Mai erklärten Bidens Vertraute die Debatte für erledigt. Doch nun befeuern sie die Spekulationen erneut. 

Wunsch von Bidens gestorbenem Sohn

Zu den Optionen, die Bidens Berater sondierten, gehöre die Anwerbung potenzieller Mitarbeiter im Staat Iowa, wo die erste Vorwahl der Demokraten stattfindet. Biden selbst habe seiner Belegschaft jedoch noch nicht gesagt, ob er antreten wolle. Offiziell habe er auch noch nicht um die Planung einer möglichen Kampagne gebeten.

Die New York Times berichtet, der Vizepräsident habe mit Freunden und Verwandten über seine Ambitionen für das Weiße Haus gesprochen. Es sei der Wunsch seines gestorbenen Sohnes gewesen, dass Biden antrete.

Bidens Sprecherin Kendra Barkoff verwies darauf, dass der Vizepräsident noch immer um seinen Sohn trauere und ansonsten seine gesamte Zeit der Regierungsarbeit mit Präsident Barack Obama widme – nicht der Planung seines eigenen Präsidentschaftswahlkampfs.