Die Übergangsregierung in Burkina Faso ist nach dem Militärputsch wieder im Amt und damit auch Präsident Michel Kafando. Die Putschisten der Präsidialgarde (RSP) und die Armee des Landes unterzeichneten in der vergangenen Nacht in der Hauptstadt Ouagadougou einen Fünf-Punkte-Plan, um die Staatskrise zu beenden. Zuvor hatten Staatschefs der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) in Nigeria einen Krisengipfel zur Situation in Burkina Faso abgehalten. 

Der Fünf-Punkte-Plan sieht vor, dass sich die RSP aus Ouagadougou in ihren Stützpunkt Naaba Koom II zurückzieht. Ihren Posten in der Hauptstadt muss die 1.300 Mann starke Elitetruppe aufgeben. Die reguläre Armee sagte den Putschisten dafür Sicherheit für sie und ihre Familien zu. Unklar ist noch, ob den Putschisten womöglich Straffreiheit gewährt wird. Das sieht der Friedensplan vor, den internationale Vermittler vorgelegt hatten.

RSP-Chef Diendéré hatte am Dienstag vor Journalisten gesagt, Staatschef bleiben zu wollen, bis der Friedensplan unterzeichnet sei. Hunderte seiner Gefolgsleute haben aber bereits kapituliert. Die reguläre Armee warnte die RSP, sie habe die "Fähigkeit und die Mittel", die Putschisten der Elitetruppe anzugreifen. Diendéré versicherte daraufhin, die RSP wolle eigentlich "nicht kämpfen, aber wir werden uns gegebenenfalls verteidigen". Die Staatschefs der Ecowas hatten die Präsidentengarde aufgefordert, die Waffen niederzulegen.

Diendérés Elitetruppe hatte am vergangenen Mittwoch Präsident Kafando und mehrere Regierungsmitglieder festgenommen. Daraufhin kam es zu Gewaltausschreitungen im Land. Mindestens zehn Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Kafando und zwei Minister waren bereits am Freitag wieder freigelassen worden.

Die Putschisten gelten als loyal zu Langzeitpräsident Blaise Compaoré. Der war im vergangenen Jahr nach 27 Jahren an der Macht gestürzt worden und musste ins Ausland fliehen. Die neue Regierung soll die Demokratie im Land festigen. Die Präsidentschaftswahlen sollten am 11. Oktober stattfinden, wurden nun aber auf den 22. November verschoben. Eine Regelung, wonach Anhänger von Compaoré bei den Neuwahlen nicht kandidieren dürfen, soll aufgehoben werden.