Großbritannien will mehr Geld für die Unterstützung von Menschen aufbringen, die aus Syrien und anderen Konfliktgebieten fliehen. Premierminister David Cameron kündigte an, die Hilfen um etwa 137 Millionen auf über eine Milliarde Euro aufzustocken. Bei einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy sagte Cameron, dies sei die größte Summe, die Großbritannien jemals in einer humanitären Krise aufgebracht habe.

Der britische Premierminister hatte zuvor angekündigt, zusätzlich mehrere Tausend Flüchtlinge aus Syrien in Großbritannien aufnehmen zu wollen. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Eine Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sprach von 4.000 Menschen, was die britische Regierung aber nicht bestätigte. 

Bislang kamen etwa 5.000 Bürgerkriegsopfer aus Syrien nach Großbritannien. "Großbritannien hat eine moralische Verantwortung, Flüchtlingen zu helfen. Wir werden mehr tun", versprach Cameron. Am Mittwoch hatte der Premierminister noch gesagt, es sei keine Lösung, "einfach mehr und mehr" Menschen aufzunehmen. Verschiedene Länder, darunter auch Deutschland, hatten deshalb die Regierung in London kritisiert.

Auslöser für das Umdenken Camerons war wohl das Bild des dreijährigen Ailan Kurdi, der tot am Strand des türkischen Badeorts Bodrum gefunden worden war. Das Foto war auf vielen Titelseiten britischer Zeitungen gedruckt worden. Als Vater fühle er sich "tief bewegt" vom Anblick des toten Jungen am Strand, sagte Cameron.

Die Zusage der britischen Regierung, mehr Menschen aufzunehmen, richtet sich ausschließlich an Syrer, die noch nicht in Europa sind. Nur Menschen aus den Flüchtlingslagern in syrischen Nachbarstaaten sollen aufgenommen werden. Wie genau die Flüchtlinge von dort nach Großbritannien gelangen sollen, ist noch nicht bekannt.