Donald Trump hat mit einer Wahlkampfveranstaltung im umkämpften Vorwahlstaat New Hampshire Schlagzeilen gemacht: Er ließ den Vorwurf unwidersprochen, US-Präsident Barack Obama sei Muslim und kein amerikanischer Staatsbürger.


Trump, der einer der republikanischen Bewerber für das Amt des Präsidentschaftskandidaten ist, hatte auf der Veranstaltung in Rochester Fragen des Publikums entgegengenommen. Die erste Wortmeldung eines Mannes begann mit dem Satz: "Wir haben ein Problem in diesem Land, und das sind die Muslime." Und weiter: "Wir wissen, dass unser amtierender Präsident einer ist."

"Right", sagt Trump an dieser Stelle, während der Mann fortfährt: "Sie wissen, er ist nicht mal ein Amerikaner." Trump, offensichtlich perplex, unterbricht lachend: "Wir brauchen diese Frage. Es ist die erste Frage."


Der Mann fährt fort: "Jedenfalls gibt es hier Trainingscamps, wo sie uns töten wollen. Das ist meine Frage: Wie werden wir die los?"

Trump, dem die Gefahr dieser Situation bewusst zu sein scheint, antwortet so allgemein wie nur möglich. "Eine ganze Menge Leute sagen das und und sie sagen, dass schlimme Dinge dort passieren. Wir werden uns das und viele andere Dinge anschauen." Dann beendet er den Dialog: "Next question!"

Trump ließ kurz nach der Veranstaltung über seinen Wahlkampfmanager Corey Lewandowski verbreiten, er habe die Bemerkung über Obama nicht gehört.

Dennoch griffen die Demokraten Trump an. Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton twitterte, Trumps Verhalten sei "schlichtweg falsch" gewesen. Die Vorsitzende der demokratischen Partei, Debbie Wasserman Schultz schrieb, Trumps Rassismus kenne keine Grenzen. 

Vor vier Jahren hatte Trump Schlagzeilen gemacht, als er an der Staatsbürgerschaft Barack Obamas gezweifelt hatte. Im Jahr 2012 brachte er den US-Präsidenten nach einer monatelangen Kampagne dazu, seine Geburtsurkunde zu veröffentlichen. In einer  kürzlich vom US-Sender CNN durchgeführten Umfrage gaben 29 Prozent der Befragten an, sie glaubten, dass Obama Muslim sei. Unter Republikanern liegt diese Zahl bei 43 Prozent.   

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Reuters
Wahl des US-Präsidenten

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Wie kommt man eigentlich da rein?

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Zwischen der Entscheidung...

... zur Kandidatur und dem Amtsantritt können bis zu zwei Jahre liegen. Wer US-Präsident werden will, braucht also eine Menge Ausdauer.

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... und die sind:

  1. Seien Sie mindestens 35 Jahre alt, von denen Sie 14 Jahre in den USA gelebt haben. 2. Seien Sie seit Geburt US-Bürger. 3. Registrieren Sie sich in jedem US-Staat 4. Melden Sie die Kandidatur bei der Bundeswahlbehörde 5. Sammeln Sie Unterschriften.
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Eigentlich ja:

George Washington, der erste Präsident, kam ohne Parteien-Unterstützung aus.

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