Lettland, Litauen und die Slowakei beharren auf ihrer strikten Ablehnung verbindlicher Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen in der Europäischen Union. Solche Quoten könnten das Problem des Zustroms von Flüchtlingen nicht lösen, erklärten die Außenminister der drei Staaten in der Bild-Zeitung. "Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass diese Menschen nicht in die Slowakei kommen und bleiben wollen", sagte der Außenminister des Landes, Miroslav Lajčák. 

Die Flüchtlinge wollten weiter nach Deutschland, Großbritannien und Schweden. "Quoten halten keine Migranten auf, sie verhindern nicht, dass sie in Lkw oder Schiffen umkommen."

Am Mittwoch kündigte EU-Kommission jedoch einen neuen Anlauf an, um die Mitgliedstaaten zu schnelleren Reaktionen auf Flüchtlingskrisen zu verpflichten. Brüssel werde einen permanenten Notfallmechanismus für die Umverteilung von Flüchtlingen vorschlagen, sagte eine Kommissionssprecherin. Deutschland, Frankreich und Italien drangen in einem gemeinsamen Brief an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini auf eine faire Verteilung der Asylbewerber auf alle Mitgliedstaaten. 

Pläne der EU-Kommission, verpflichtende Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen einzuführen, waren am Widerstand einer Reihe osteuropäischer Staaten und Großbritanniens gescheitert.

Wie sein slowakischer Amtskollege steht auch Litauens Außenminister Linas Linkevičius einem solchen Mechanismus weiterhin skeptisch gegenüber. "Pflichtquoten lösen nicht das Problem", sagte er. Der lettische Außenminister Edgars Rinkēvičs forderte, bei der Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten müsse stärker berücksichtigt werden, was jedes Land leisten könne. "Wir sind für freiwillige Lösungen."

Für eine vollständige Europäisierung der Asylverfahren sprach sich der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn aus, dessen Land derzeit die EU-Präsidentschaft innehat. "Wir brauchen europäische Prozeduren", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Das zwar europäisch ausgerichtete, aber national verwaltete Asylsystem führe zu unglaublichen Diskrepanzen bei den Verfahrenslängen und Anerkennungsquoten. 

Deshalb müsse das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) in Malta zu einer europäischen Flüchtlingsbehörde ausgebaut werden. Diese solle EU-weit dafür sorgen, dass die gleichen Standards angewandt werden. Notwendig sei auch eine europäische Gerichtsinstanz. Im Krisenfall müssten überdies europäische Grenzbeamte an den Außengrenzen eingesetzt werden können.

Seit Jahrhunderten verlassen Menschen ihr Geburtsland, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in der Fremde. Wohin es Migranten zieht, zeigt dieses Video.