Die Huthi-Rebellen im Jemen haben sechs ausländische Geiseln freigelassen. Darunter sind mindestens zwei US-Bürger, ein Brite und zwei Bürger Saudi-Arabiens. Sie seien nach Oman ausgeflogen worden, teilte das dortige Außenministerium mit. Die US-Regierung bestätigte die Freilassung zweier Amerikaner.

Die Huthis wollten die Freilassung der Geiseln nicht offiziell bestätigen. Wenn jemand freigelassen werde, dann nur im Austausch gegen eigene Leute, sagte ihr Sprecher Mohammed Abdel Salam. Auch vom britischen Außenministerium gab es zunächst keine Bestätigung. 

Unklar blieb, warum die Ausländer festgehalten wurden. Die Huthi-Vertreter nannten dafür keinen Grund. Sie wiesen aber darauf hin, dass einer der Freigelassenen ein Journalist sei. Er soll das Land illegal betreten und dort gearbeitet haben, ohne die Behörden zu verständigen. Die Logistikfirma Transoceanic Development aus New Orleans erklärte, einer ihrer Angestellten sei seit März festgehalten worden. Jetzt sei der 45-Jährige freigekommen.

Zusammen mit den Ausländern flog eine Delegation der Huthi-Rebellen nach Oman, um dort Verhandlungen mit dem UN-Sondergesandten für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, wieder aufzunehmen. Im Jemen herrscht seit mehr als einem Jahr ein blutiger Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthis und Anhängern der Regierung. Die Rebellen hatten Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zunächst aus Sanaa in die Hafenstadt Aden und dann ins saudische Exil vertrieben.

Seit Ende März fliegt eine Militärkoalition unter der Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe auf die schiitischen Rebellen und deren Verbündete, um Präsident Hadi zurück an die Macht zu bringen. Zwar wurden die Huthi-Rebellen inzwischen deutlich zurückgedrängt, doch kontrollieren sie weiterhin die Hauptstadt Sanaa.

In dem Konflikt gibt es immer wieder Entführungen und Gefangennahmen. Im August wurde nach Vermittlung durch Oman die Französin Isabelle Prime nach einem halben Jahr Gefangenschaft freigelassen. Sie hatte in Sanaa für die Weltbank gearbeitet. Die Huthis hatten in diesem Jahr auch den amerikanischen Journalisten Casey Coombs in ihre Gewalt gebracht. Er kam im Juni frei – ebenfalls nach Vermittlung durch Oman. 

Schon lange betätigt sich das Sultanat Oman als Vermittler in dem Konflikt und ist der einzige arabische Golfstaat, der sich nicht an der von Saudi-Arabien angeführten Militärintervention gegen die Huthi-Rebellen beteiligt. Die USA sprechen sich weiter für eine politische Lösung des Konflikts aus, unterstützen aber die Luftangriffe des Militärbündnisses mit Geheimdienstinformationen.