Großbritannien ist auch in Syrien am Krieg gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" beteiligt. Die britische Luftwaffe habe bereits am 21. August drei IS-Kämpfer in der Nähe der syrischen Stadt Rakka getötet, sagte der Premier vor dem Unterhaus in London. Die Luftwaffe habe mit einer ferngesteuerten Drohne ein Fahrzeug der Terrororganisation angegriffen. Der Angriff habe dem britischen IS-Kämpfer Reyaad Khan gegolten. Seine beiden Begleiter, einer von ihnen ebenfalls Brite, seien dabei ebenfalls getötet worden.

"Wir haben gehandelt, weil es keine Alternative gab", sagte Cameron. Der IS-Kämpfer habe Anschläge in Großbritannien geplant. Nach Camerons Worten verhinderten die britischen Behörden in den vergangenen zwölf Monaten mindestens sechs Anschläge in Großbritannien. Es sei daher "Selbstverteidigung" und somit nicht notwendig gewesen, erst das Parlament zu informieren. 

Großbritannien fliegt als Teil der von den USA geführten Anti-IS-Koalition regelmäßig Angriffe im Irak. Allerdings bislang nicht in Syrien, weil ein entsprechendes Mandat des Unterhauses dafür fehlt. Dort hatte die britische Armee Drohnen bislang lediglich zur Aufklärung eingesetzt. 

Womöglich Russland und Frankreich in Syrien aktiv

Cameron will das Unterhaus zu einem späteren Zeitpunkt über einen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien abstimmen lassen. Vor allem konservative Vertreter fordern, die britischen Angriffe auf Syrien auszuweiten.

Auch die französische Regierung bereitet mögliche Luftangriffe gegen den IS in Syrien vor. Staatschef François Hollande sagte, er habe Aufklärungsflüge über syrischem Gebiet angeordnet, um dort Angriffe zu ermöglichen. Anschließend könnten Luftangriffe gegen den IS in Betracht gezogen werden.

Russland erwägt derzeit laut verschiedenen Medienberichten, die syrischen Regierungstruppen mit Rüstungsgütern zu unterstützen. Angeblich befinden sich bereits russische Militärs in dem Land.