Auf dem Jerusalemer Tempelberg ist es den dritten Tag in Folge zu Unruhen gekommen. Dort lieferten sich israelische Polizisten Auseinandersetzungen mit palästinensischen Demonstranten. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, Beamte hätten das Gelände der Al-Aksa-Moschee am Morgen betreten, um eine Gruppe Protestierender zu vertreiben, die sich über Nacht in dem Gotteshaus versteckt hätten.

Die Demonstranten warfen den Angaben zufolge Steine, Betonblöcke, Feuerwerkskörper und eine Brandbombe auf Beamte. Zwei Palästinenser seien festgenommen, fünf Polizisten leicht verletzt worden.

Eine aus dem Innern der Moschee auf die Polizei geworfene Brandbombe habe Holzbretter entzündet, die von den Demonstranten gestapelt worden seien, sagte die Sprecherin. Das Feuer sei später gelöscht worden. Der Polizei sei es auch gelungen, Ruhe wiederherzustellen und die Anlage in der Altstadt von Jerusalem wieder für Besucher zu öffnen, wie Samri sagte. Doch blieben mehrere Demonstranten in der Moschee.

Die Anhöhe wird von Juden und Muslimen verehrt. Sie ist immer wieder Schauplatz von Gewalt. Juden ist das Gelände als Tempelberg bekannt, Muslimen gilt es als Edles Heiligtum, weil dem Koran zufolge Prophet Mohammed von einem Felsen auf dem Plateau seine Reise in den Himmel angetreten hat.  

Seit der militärischen Besetzung und international nicht anerkannten Annexion durch Israel im Jahr 1967 hat die israelische Polizei auf dem Plateau die Sicherheitshoheit, während die jordanische Stiftung Wakf dort für die Religionsausübung zuständig ist. Jüdische Besucher dürfen das Gelände deshalb betreten, dort aber nicht beten. Muslime betrachten ihre Besuche als Provokation.

An wichtigen jüdischen Feiertagen wird die Anlage häufig zum Zentrum von Spannungen. Das jüdische Neujahr endet am Dienstagabend. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte im Anschluss eine Krisensitzung einberufen, um über Wege zu beraten, wie mit der Gewalt umzugehen sei.