Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei (FPÖ) hat bei den Landtagswahlen in Oberösterreich sehr viele Stimmen gewonnen. Sie kam laut vorläufigem nichtamtlichen Endergebnis auf 30,4 Prozent der Stimmen. Das ist doppelt so viel wie bei der vorigen Wahl im Jahr 2009. 

Der Wahlkampf wurde von der Flüchtlingskrise bestimmt. Die Wahl in dem Bundesland, das an Bayern grenzt, wurde deshalb auch als Stimmungstest für das gesamte Land gesehen.

Die FPÖ habe "die Sorgen und Anliegen der Menschen ernst genommen und verstanden", sagte Parteichef Heinz-Christian Strache. Zuvor hatte er gefordert die Grenzen stärker zu kontrollieren, da täglich Tausende Menschen nach Österreich flüchteten. Der Regierung in Wien warf der FPÖ vor, für das "Asylchaos" verantwortlich zu sein.

Auf diese Kritik hatte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann von den Sozialdemokraten (SPÖ) geantwortet, dass die Situation "nicht deshalb entstanden ist, weil wir in der Innenpolitik etwas falsch gemacht haben", sondern wegen des Krieges in Syrien. Bei der Landtagswahl verlor Faymanns SPÖ. Sie erhielt 18,4 Prozent der Stimmen, 2009 waren es 24,9 Prozent gewesen.

Die konservative Österreichische Volkspartei (ÖVP) erhielt 36,4 Prozent der Stimmen und verlor somit fast elf Prozentpunkte. Deren bisheriger Koalitionspartner, die Grünen, erhielt 10,3 Prozent der Stimmen. Dieses Ergebnis würde für eine schwarz-grüne Koalition nicht ausreichen. Ministerpräsident Josef Pühringer hielt sich am Wahlabend alle Optionen offen. Zuvor war er einer Koalition mit der FPÖ gegenüber abgeneigt gewesen.