Der ehemalige guatemaltekische Präsident Otto Pérez muss in Untersuchungshaft. Nach einer stundenlangen Anhörung ordnete ein Richter am Donnerstag die Inhaftierung des Ex-Generals in einer Militärkaserne an. Damit solle eine Flucht des 64-Jährigen verhindert werden. Die Verteidigung des Ex-Präsidenten bezeichnete die Inhaftierung als unnötig, weil ihr Mandant freiwillig vor dem Gericht erschienen war.

Wegen schwerer Korruptionsvorwürfe war Pérez in der Nacht auf Donnerstag zurückgetreten. Zuvor wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die Ermittler werfen Pérez die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Betrug vor. Er soll an der Spitze eines Korruptionsrings gestanden haben, der im Zollwesen Millionenbeträge unterschlagen hatte.

Unterdessen hat sein Nachfolger Alejandro Maldonado den Amtseid abgelegt. Der konservative frühere Richter wird bis Ende Januar 2016 den Posten des Staatschefs von Guatemala innehaben. So lange hätte die Amtszeit von Pérez Molina regulär gedauert.

Als eine seiner ersten Handlungen im Amt rief der 79-jährige Maldonado die Demonstranten im Land auf, junges Fachpersonal vorzuschlagen, das einer neuen Regierung angehören könne. Bei der Vereidigung sagte er, er habe alle verbliebenen Kabinettsmitglieder gebeten, ihre Ämter zur Verfügung zu stellen. Mehrere Minister waren im Zuge des Korruptionsskandals bereits zurückgetreten.