Die Geheimdienste Iraks, Irans, Syriens und Russlands arbeiten künftig enger zusammen. Wie ein irakischer Regierungssprecher in Bagdad mitteilte, bilden die vier Staaten einen Ausschuss, um die Erkenntnisse ihrer Militärgeheimdienste auszutauschen und gemeinsam zu analysieren. Insgesamt sei eine bessere "Koordinierung" gemeinsamer Militäreinsätze gegen den "Islamischen Staat" vorgesehen, sagte Saad al-Hadithi, ein Sprecher von Regierungschef Haider al-Abadi. Es gehe darum, die "Bewegung von Terroristen zu überwachen" und deren Schlagkraft zu mindern.

In einer Erklärung des irakischen Gemeinsamen Einsatzkommandos hieß es zu der Einigung mit Moskau, diese erfolge angesichts zunehmender Besorgnis über die Präsenz "Tausender russischer Terroristen", die an "kriminellen Handlungen" des "Islamischen Staats" beteiligt seien.

Putin sucht Verbündete für seine Syrien-Strategie

Vor seiner Rede vor der UN-Vollversammlung beriet Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem saudi-arabischen König Salman über den Konflikt in Syrien. Die beiden Staatschefs hätten sich bei einem Telefonat dafür ausgesprochen, die Suche nach einem Ausweg aus dem Konflikt zu verstärken und eine "effiziente internationale Zusammenarbeit" für den Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) aufzubauen, teilte der Kreml mit. Mit Spannung wird Putins Rede bei der UN-Generaldebatte in New York erwartet, in der er für eine gemeinsame Bekämpfung des IS plädieren dürfte.

Die Regierung in Moskau ist ein enger Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Militärpräsenz in Syrien deutlich verstärkt und damit die Sorge hervorgerufen, Assads Macht festigen zu wollen. Nach Angaben aus syrischen Militärkreisen bringt Russland ohne Unterlass Ausrüstung in das Bürgerkriegsland. Putins Regierung schließt auch die Entsendung von Bodentruppen nicht aus und soll nach westlichen Informationen bereits Stützpunkte in Westsyrien aufbauen. Vor allem die USA fürchten, dass Russland nicht nur den IS, sondern auch moderate Gegner Assads angreift. Putin will nach seiner Rede in New York US-Präsident Barack Obama zu einem bilateralen Gespräch treffen.

Der Konflikt in Syrien dürfte die Generaldebatte beherrschen. Insbesondere ist umstritten, ob für eine Beilegung des festgefahrenen Konflikts mit Assad verhandelt werden muss. Aus London verlautete, der britische Premierminister David Cameron wolle in seiner Rede vor den UN sagen, dass ein Frieden nur ohne Assad denkbar sei. Für Großbritannien sei klar, dass "der IS und Assad gleichermaßen Feinde des syrischen Volkes" seien. Allerdings sei denkbar, dass Assad für eine Übergangszeit an der Macht bleibe, hieß es aus London.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich vor wenigen Tagen erstmals für direkte Gespräche mit Assad ausgesprochen. Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sagte dem Tagesspiegel am Sonntag, Russlands Präsident Wladimir Putin sei zwar für die Lösung der Syrien-Krise wichtig. Deutschland halte aber dennoch an den Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise fest. "Wir sind nicht erpressbar", sagte Altmaier.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte in New York, ein Rücktritt Assads sei keine Bedingung für den Beginn von Verhandlungen, aber letztlich das Ziel. Ähnlich hatte sich bereits US-Außenminister John Kerry geäußert. In dem seit 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden mehr als 240.000 Menschen getötet, mehrere Millionen Menschen wurden in die Flucht gezwungen.