Obwohl Palästina kein Vollmitglied der Vereinten Nationen ist, bekommt die Autonomieregion eine eigene Fahne vor dem UN-Hauptquartier. Am Donnerstag stimmten 119 Mitgliedsländer dafür, dass auch Beobachterstaaten einen Platz am Ende der Flaggenparade vor dem Gebäude in New York erhalten. Diesen Status haben Palästina und der Vatikan derzeit inne. Acht Staaten stimmten dagegen, weitere 45 enthielten sich, darunter Deutschland.

Israel hatte den Vorschlag ablehnt. Die UN würden damit ihre eigenen Prinzipien über Bord werfen, sagte Israels UN-Botschafter. Auch die USA stimmten gegen den Vorschlag. Vertreter des Vatikans hatten vor Wochen erklärt, die Flaggenfrage nicht politisieren zu wollen und jedes Ergebnis zu akzeptieren.

Nach dem Willen der Palästinenser soll die Fahne maximal 20 Tage nach der Abstimmung gehisst werden. Das wäre rechtzeitig vor dem Besuch von Präsident Mahmud Abbas und zur UN-Vollversammlung.

Im Vorfeld hatte der palästinensische Gesandte bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, eingeräumt, es handele sich nur um einen symbolischen Schritt. Dieser bestärke aber die Hoffnung seines Volkes, "dass die internationale Gemeinschaft immer noch die Unabhängigkeit des Staates Palästina unterstützt", sagte Mansur.

Der deutsche UN-Botschafter Harald Braun begründete die Enthaltung mit grundsätzlichen Bedenken. Es sei bewährte Praxis, dass nur die Flaggen der UN-Mitgliedstaaten gehisst würden. Die Enthaltung solle aber nicht Anlass "zu irgendwelchen Interpretationen zum Zustand der Beziehungen zwischen Deutschland, dem Heiligen Stuhl und Palästina geben".

Braun warb für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. Er rief beide Seiten auf, sich an ernsthaften Verhandlungen ohne Bedingungen oder weiteren Verzug zu beteiligen.

Palästina ist seit 29. November 2012 als Beobachterstaat von den UN anerkannt. Israel, die USA, Deutschland und andere westliche Staaten vertreten aber die Linie, dass ein souveränes Palästina erst zum Abschluss von Friedensverhandlungen mit Israel anerkannt werden könne.