Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich erneut für eine enge Zusammenarbeit mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad ausgesprochen. "Es ist ein großer Fehler, nicht mit Syrien zu kooperieren", sagte Putin in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Die "legitime Regierung" des Landes müsse bei ihren Bemühungen gegen den "Islamischen Staat" (IS) unterstützt werden. "Wir sollten anerkennen, dass niemand anderes als die Truppen von Präsident Assad den IS wirklich bekämpft", sagte Putin.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Barack Obama vor der UN-Vollversammlung den Rücktritt des "Tyrannen" Assad gefordert. "Nach so viel Blutvergießen kann es kein Zurück mehr geben zum Stand vor dem Krieg", sagte Obama zur Zukunft Syriens. Deshalb müsse eine Übergangsregierung die Macht übernehmen, die alle Syrer repräsentiere.

Zugleich betonte Obama, dass die USA "mit jedem" zusammenarbeiten würden, um den Konflikt zu lösen. Auch mit Russland und dem Iran. Am Abend wollen sich Obama und Putin treffen, um über den Syrien-Krieg zu sprechen. "Wir brauchen einen Kompromiss", sagte Obama.

Internationales Bündnis gegen den IS

In seiner Rede warf Putin den USA indirekt vor, die vielen Konflikte und die Entstehung von extremistischen Gruppierungen im Nahen Osten und Afrika mit einer egoistischen Machtpolitik erzeugt zu haben. Zu oft hätten sich Staaten nicht an die Regelungen der UN gehalten und hätten auf Alleingänge gesetzt.

Durch diese Politik sei an vielen Orten ein Machtvakuum entstanden, das durch Extremisten und Terroristen ausgefüllt würde. So etwa in Libyen und im Irak. Der "Islamische Staat" sei nicht von alleine entstanden, sagte Putin. Es sei unverantwortlich, einzelne Gruppierungen in der Region zu unterstützen. "Man weiß nie, wer wen manipuliert."

Zur Lösung des Problems schlug Putin erneut die Bildung einer internationalen Koalition gegen den IS vor. Diese könne nach dem Modell der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg funktionieren. Russland werde sich für eine UN-Resolution einsetzen, die die Koordinierung eines solchen Bündnisses regelt.