Die internationale Hilfe für Syrien-Flüchtlinge ist nach Ansicht der Hilfsorganisation Oxfam "völlig unzureichend". Die Anstrengungen zur Lösung des Konflikts in dem Bürgerkriegsland erschienen "oberflächlich und unaufrichtig", kritisierte Oxfam in einem Bericht über die Lage des Landes. Die finanziellen Hilfen reichten nicht aus, um Syrien-Flüchtlingen ein Leben in Würde und Sicherheit zu garantieren.

Die Ankündigungen vieler Länder, Flüchtlinge über sogenannte Resettlement-Programme aufzunehmen, haben sich laut Oxfam vielfach als Lippenbekenntnisse erwiesen. Bislang hätten über diese Programme nur 17.000 Menschen eine sichere Zuflucht vor der Gewalt in ihrer Heimat finden können.

Oxfam warnte, dass sich die syrische Flüchtlingskrise weiter ausweiten und vertiefen werde. Die internationale Gemeinschaft müsse deshalb ihre Anstrengungen zur Lösung des Konflikts und zur Unterstützung der Flüchtlinge erheblich verstärken. "Die meisten reichen Staaten ignorieren die unüberhörbaren Alarmsignale", sagte Jörn Kalinski von Oxfam Deutschland. "Die internationale Hilfe stagniert, es fehlt der politische Wille, Gelder zu gewähren und Flüchtlinge aufzunehmen."

Deutschland leiste im internationalen Vergleich bereits viel, bilanzierte Kalinski. Es könnte "gemessen an seiner Wirtschaftskraft bei der Finanzierung der Nothilfe in Syrien und den Nachbarländern aber noch mehr tun".