Bundespräsident Joachim Gauck hat in einer Ansprache zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit in Washington den Einsatz des früheren US-Präsidenten George Bush senior für die Wiedervereinigung gewürdigt. Bush sei "so etwas wie der Patron" der deutschen Einheit gewesen, sagte Gauck bei einer Feier in der deutschen Botschaft in der US-Hauptstadt. "Er persönlich war es, der die Wiedervereinigung entschieden mit vorantrieb."

Erneut beschwor Gauck die Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Angesichts von Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise sei es wichtig, "dass wir die Kräfte unserer transatlantischen Partnerschaft und der deutsch-amerikanischen Freundschaft bündeln und nutzen". Die deutsche Einheit und das Ende der sowjetischen Diktatur in Osteuropa seien Beispiele dafür, "was politischer Gestaltungswille bewirken kann", sagte der Bundespräsident.

Gauck trifft am Mittwoch mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus zusammen. Die Begegnung der beiden Präsidenten soll 30 bis 45 Minuten dauern. Zuletzt war vor 18 Jahren mit Roman Herzog ein Bundespräsident im Weißen Haus empfangen worden, damals von US-Präsident Bill Clinton. Im Anschluss an die Unterredung mit Obama sind Treffen mit US-Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry vorgesehen. Biden gibt ein Mittagessen für Gauck, im Anschluss lädt Kerry zu einem Empfang für die deutsche Delegation.