Die irakische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben einen Konvoi des Führers der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, bombardiert. Sein Gesundheitszustand sei unbekannt, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Er sei in einem Fahrzeug weggebracht worden. Ärzte und Anwohner vor Ort berichteten laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich Al-Bagdadi nicht unter den Toten befände.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte die Angaben der Luftwaffe zunächst nicht bestätigen. Die genauen Umstände müssten noch ermittelt werden.

Der Luftwaffe zufolge war der Verband in der Provinz Anbar nahe der syrischen Grenze unterwegs, da Al-Bagdadi an einem Treffen von IS-Kommandeuren in Kerbela teilnehmen sollte. Der Angriff sei in Absprache zwischen dem Geheimdienst des irakischen Innenministeriums und der gemeinsamen Einsatzzentrale erfolgt, zu der auch Militärberater der von den USA geführten Militärkoalition gegen den IS gehören, heißt es in der Mitteilung.

Laut der Erklärung wurde auch das Treffen der IS-Anführer, zu dem Al-Bagdadi unterwegs gewesen sei, aus der Luft bombardiert. "Viele der Anführer wurden getötet und verletzt", teilten die Sicherheitskräfte mit. Die Namen der Personen sollten zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Der IS hatte im Sommer 2014 Teile des Iraks und Syriens erobert, Al-Bagdadi hatte dort ein islamisches Kalifat ausgerufen. Seither begingen die Islamisten zahlreiche Gräueltaten.

Die irakischen Sicherheitskräfte hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach gemeldet, Al-Bagdadi sei verletzt oder getötet worden. Die Berichte bestätigten sich jedoch nie.

Nach irakischen Angaben wurde Al-Bagdadi im Jahr 1971 im nördlich von Bagdad gelegenen Samarra geboren. Nach dem US-Einmarsch im Irak soll er sich erstmals Aufständischen angeschlossen haben. Die USA haben ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar (8,8 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.