Bei einer Polizeirazzia gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Südosten der Türkei sind neun Menschen getötet worden, darunter zwei Polizisten. Bei dem Polizeieinsatz am frühen Montagmorgen in der mehrheitlich kurdischen Stadt Diyarbakır kam es zu heftigen Schusswechseln. Türkische Medien berichteten, es seien auch Explosionen zu hören gewesen.

Die Polizei sei im Bezirk Kayapınar gegen eine Zelle der Terrormiliz vorgegangen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden die Polizisten durch Sprengfallen der Extremisten getötet. Drei mutmaßliche IS-Anhänger seien in Gewahrsam genommen worden. Es wird angenommen, dass sich noch weitere IS-Anhänger in dem Viertel versteckt halten.

Die türkische Regierung macht den IS unter anderem für einen Selbstmord-Doppelanschlag mit mehr als 102 Toten in der Hauptstadt Ankara am 10. Oktober verantwortlich. In dem Zusammenhang fahndet die Polizei weiter nach Verdächtigen. 

Der IS wird auch für Anschläge in Diyarbakır und in der Stadt Suruç an der syrischen Grenze verantwortlich gemacht, bei denen im Juni und im Juli insgesamt fast 40 Menschen getötet worden waren. In allen Fällen waren die Täter nach Erkenntnissen der Ermittler türkische Staatsbürger, die Mitglieder einer IS-Zelle aus dem Osten des Landes waren.