Bei einer Schießerei im Busbahnhof der israelischen Stadt Beer Scheva sind zwei Menschen getötet worden. Der palästinensische Angreifer habe zunächst einen Soldaten erschossen, teilte die Polizei mit. Der Angreifer selbst sei bei dem Schusswechsel getötet worden. Elf Personen wurden verletzt, darunter mehrere Polizisten. Ein unbeteiligter Mann aus Eritrea wurde von den Soldaten fälschlicherweise für einen Komplizen des Attentäters gehalten und angeschossen. Es ist einer der folgenschwersten Angriffe der vergangenen Tage.

Zuvor waren bei Messerangriffen auf Israelis erneut fünf Angreifer getötet worden. Die israelische Regierung beschloss vor diesem Hintergrund weitere Sicherheitsmaßnahmen. Unter anderem erhielt die Polizei das Recht, Personen ohne konkreten Verdacht zu kontrollieren. 

Vier israelische Städte – darunter Tel Aviv  – haben unterdessen die Beschäftigung von arabischen Israelis an Schulen verboten. Das berichtete die israelische Zeitung Ha'aretz. Die Städte reagierten damit auf die Forderungen israelischer Eltern. Die größte Partei der arabischen Israelis kritisierte das Arbeitsverbot als Diskriminierung und Rassismus.

In der kommenden Woche will sich US-Außenminister John Kerry um eine Entspannung der Lage bemühen. Er werde dazu in Berlin mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammenkommen, kündigte er an. Danach wolle er auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprechen.

Inmitten wachsender Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern kommt es seit einigen Wochen immer wieder zu Angriffen. Als Auslöser für die jüngste Serie der Gewalt gilt der Streit um die Nutzung des Tempelbergs. Die Palästinenser befürchten unter anderem, dass Israel den Status quo auf dem Tempelberg zugunsten von Juden verändern will. Die Anhöhe, auf der sich die Al-Aqsa-Moschee befindet, ist Juden und Muslimen heilig.

Grundsätzlich dürfen nur Muslime auf dem Tempelberg beten, der aber auch Juden heilig ist. Die Palästinenser befürchten, dass Israel immer mehr Juden eine Sondergenehmigung für Besuche auf dem Areal erteilt und damit die Kontrolle der Muslime über die drittheiligste Stätte im Islam aushebelt. Israel bestreitet dies.

Ein Entwurf Frankreichs für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats sieht nach Medienberichten vor, internationale Beobachter auf den Tempelberg zu entsenden. Diese sollten nach möglichen Verstößen gegen den Status quo Ausschau halten.

Israels Regierungschef Netanjahu lehnt diesen Plan kategorisch ab. Israel sei auf dem Tempelberg "nicht das Problem, sondern die Lösung", sagte er. US-Außenminister John Kerry will mit Netanjahu voraussichtlich bei einem Treffen in Berlin nach einem Weg aus dem Konflikt suchen.