US-Vizepräsident Joe Biden wird nicht als US-Präsident kandidieren. Seine Entscheidung gab der 72 Jahre alte Demokrat in Washington bekannt. Damit bleiben mit der früheren Außenministerin Hillary Clinton sowie Senator Bernie Sanders aus dem Bundesstaat Vermont zwei Bewerber mit ernstzunehmenden Chancen um die Kandidatur für die demokratische Partei.

Der Druck auf Biden, ebenfalls in den Präsidentschaftswahlkampf einzusteigen, war zuletzt gestiegen. 50 führende Top-Wahlkampfspender der Demokraten hätten den 72-Jährigen in einem Brief zur Kandidatur aufgerufen, berichtete CNN. Sie seien sich sicher, dass Biden gewinnen würde. "Nach unserer Auffassung muss der nächste Präsident Joe Biden sein. Wenn er bekannt gibt, dass er antritt, sind wir alle voll dabei. Es ist eine Kampagne, von der wir wissen, dass er sie gewinnen wird."   

Biden begründete seinen Verzicht unter anderem mit familiären Gründen. Der Politiker hatte erst im Mai seinen Sohn Beau verloren. Er war an den Folgen eines Gehirntumors im Alter von nur 46 Jahren gestorben. Biden trauerte öffentlich, sein Sohn soll sich eine Kandidatur des Vaters gewünscht haben.

Bereits zweimal hat sich Biden vergeblich um das Präsidentenamt beworben. 1988 schied er nach Plagiatsvorwürfen frühzeitig aus dem Rennen aus, am Ende verlor Parteifreund Michael Dukakis haushoch gegen George Bush. 2004 konnte sich Biden gegen Barack Obama nicht durchsetzen, er scheiterte bereits bei der ersten Vorwahl.