Ein früherer Präsident der UN-Vollversammlung ist unter Korruptionsverdacht festgenommen worden. Dem aus Antigua und Barbuda stammenden Diplomaten John Ashe werde vorgeworfen, von einem chinesischen Immobilienhändler und anderen Unternehmern mehr als eine Million Dollar an Bestechungsgeld angenommen zu haben, teilte die ermittelnde Staatsanwaltschaft mit.

Im Gegenzug soll er sich unter anderem bereit erklärt haben, sich bei den UN für ein Konferenzzentrum in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau einzusetzen. Zudem soll er chinesische Geschäftsinteressen in Antigua befördert und Steuern hinterzogen haben.

Ashe hielt den repräsentativen Posten des Präsidenten der Vollversammlung von September 2013 bis September 2014. Außer gegen ihn wird gegen fünf weitere Verdächtige ermittelt, darunter ist der stellvertretende dominikanische UN-Botschafter Francis Lorenzo.

Mit dem Bestechungsgeld zahlte der 61-Jährige nach Angaben der Ermittler Familienurlaube, Rolex-Uhren, maßgeschneiderte Anzüge und baute neben seinem Haus im Staat New York einen Basketballplatz.

Staatsanwalt Preet Bharara sagte, die Ermittlungen seien noch im Anfangsstadium und es könnte nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere verwickelt seien. "Wir werden fragen: 'Sind Bestechungen bei den UN an der Tagesordnung?'" Ashe jedenfalls habe die Gelegenheit ergriffen, als der chinesische Milliardär Ng Lap Seng und andere ihm die Möglichkeit geboten hätten. Der Diplomat habe die Vereinten Nationen zu einer "Plattform für Profit" gemacht.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich erschüttert von den Anschuldigungen, die die Integrität der Vereinten Nationen träfen.