Die sozialdemokratische SPÖ hat nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis die Landtagswahl in Wien gewonnen. Die Partei des amtierenden Bürgermeisters Michael Häupl erhielt demnach 39,4 Prozent der Stimmen. Das sind 4,9 Prozentpunkte weniger als bei der vorigen Wahl im Jahr 2010. Die rechtspopulistische FPÖ kommt mit einem Plus von 6,5 auf 32,2 Prozent. Die Grünen erreichten 11,1 Prozent, die konservative Volkspartei ÖVP 8,7 Prozent der Stimmen. Die erstmals angetretenen Neos kommen auf knapp sechs Prozent.

Damit bleibt die große Überraschung – ein Sieg der FPÖ – aus. Viele Meinungsforschungsinstitute hatten vorher einen knappen Wahlausgang und teilweise sogar eine Mehrheit für die FPÖ prognostiziert. Deren Bürgermeisterkandidat Heinz-Christian Strache hatte vor allem mit Parolen gegen Flüchtlinge versucht, um Wähler zu werben.

Die Wahl in Wien galt auch aus diesem Grund als Test für die Stimmung der Österreicher in der Flüchtlingskrise. Insgesamt waren 1,3 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Häupl will sich nicht festlegen

Welche Koalition er anstrebt, sagte Wahlgewinner Häupl nicht. Er könnte mit den Grünen, der ÖVP oder der FPÖ regieren. Einen Zusammenschluss mit den Rechtspopulisten hatte Häupl aber bereits im Juni ausgeschlossen. Damals sagte er: "Das ist nicht eine Frage der Sympathie oder der Befindlichkeit, sondern eine der Inhalte." Wer nur mit den Sorgen und Ängsten spiele und Menschen gegeneinander aufhetze, dürfe sich nicht wundern, dass andere Parteien die Zusammenarbeit verweigern würden.

Vor zwei Wochen hatte die FPÖ bei den Landtagswahl in Oberösterreich sehr viele Stimmen gewonnen – sie verdoppelte das Ergebnis der vorigen Wahl im Jahr 2009. Die FPÖ habe "die Sorgen und Anliegen der Menschen ernst genommen und verstanden", sagte Strache damals.