Der frühere US-Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan schließt eine Bewerbung um den Vorsitz des Repräsentantenhauses nicht länger aus, nennt aber eine Bedingung. Bis Freitag müssten sich die republikanischen Abgeordneten auf ihn als ihren Konsenskandidaten geeinigt haben, erklärte Ryan bei einem Treffen mit ranghohen Parteivertretern. Wenn alle Parteiflügel seine Vision teilten und er die Unterstützung der wichtigen Gruppen habe, wäre er "voll dabei", fügte er hinzu.

Die Republikaner kontrollieren zwar mit dem Repräsentantenhaus und dem Senat beide Parlamentskammern, lähmen sich jedoch mit internen Grabenkämpfen selbst. Unter dem Druck der Hardliner des sogenannten Freedom Caucus hatte der Vorsitzende des Unterhauses, John Boehner, seinen Rücktritt erklärt. Kevin McCarthy, der republikanische Mehrheitsführer des Repräsentantenhauses, stieg ins Rennen ein, nur um seine Kandidatur aus Frust über die tiefe Spaltung seiner Fraktion wieder zurückzuziehen.

In der Folge sah sich Ryan großem Druck von Boehner und anderen Parteiführern ausgesetzt, sich für das dritthöchste politische Amt in den USA zu bewerben. Der 45-jährige Abgeordnete aus dem Staat Wisconsin hatte das aber bis zuletzt wiederholt abgelehnt.