Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz zeichnet sich ein klarer Sieg der rechtsnationalen SVP ab. Mit Forderungen nach einer Verschärfung des Asylrechts und größerer Distanz zur Europäischen Union konnte die Schweizerische Volkspartei (SVP) laut Hochrechnungen in mehreren Kantonen eine Reihe von Mandaten für den Nationalrat gewinnen. Damit hat die SVP ihre Position als stärkste Partei in der großen Kammer des Parlaments ausgebaut.

Als zweitstärkste Kraft behaupten sich laut den ersten Hochrechnungen die Sozialdemokraten. Sie treten für eine engere Kooperation mit der EU und eine gemäßigte Reform der Asylpolitik ein. Die erste landesweite Hochrechnung für alle 26 Kantone wurde für 19 Uhr angekündigt, ein amtliches Gesamtergebnis soll es erst nach Mitternacht geben.

Die Stimmenzuwächse für die SVP und die rechtsliberale FDP waren von Meinungsforschern erwartet worden. Die SVP hatte die Flüchtlingskrise zum Hauptthema ihres rechtspopulistischen Wahlkampfes gemacht. Sie wolle die Zuwanderung von Ausländern in die Schweiz begrenzen, Missbräuche im Asylwesen beseitigen und einen "Anschluss" des Alpenlandes an die EU verhindern, hieß es im Wahlkampf.

In Schweizer Medien war wegen der absehbaren Zuwächse von SVP und FDP von einem politischen Rechtsrutsch die Rede. Das führende Institut für Wahlforschung, Gfs.bern, geht insgesamt von einer leichten Machtverschiebung von Mitte-links nach Mitte-rechts aus.

Die rund fünf Millionen stimmberechtigten Eidgenossen waren aufgerufen, 200 Abgeordnete des Nationalrats – der großen Kammer des Parlaments – sowie 45 der 46 Vertreter der Kantone im Ständerat zu wählen.