Bei der Parlamentswahl in der Schweiz ist die rechtsgerichtete Schweizerische Volkspartei (SVP) der klare Sieger. Laut landesweit veröffentlichten Hochrechnungen steigerte die bereits zuvor stärkste Kraft ihren Anteil um 1,4 Punkte auf 28 Prozent und kommt auf 64 von 200 Sitzen. Damit baut die SVP, deren bisheriges Rekordergebnis 62 Sitze bei der Wahl im Jahr 2007 war, ihre Führungsposition weiter aus.

Auch die zweite Rechtspartei, die wirtschaftsfreundliche FDP, sammelte mehr Stimmen ein und kam auf 16,4 Prozent. Verluste gab es dagegen für die politische Mitte und die Grünen. Mit dem amtlichen Ergebnis wird am frühen Montagmorgen gerechnet.

Neu zu besetzen waren bei der Wahl am Sonntag die 200 Mandate des Nationalrats und die Mandate der zweiten Parlamentskammer, des Ständerates. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren rund fünf Millionen Bürger. In der Schweiz ist es üblich, dass ein Großteil der Wähler per Brief oder über das Internet abstimmt. Die Wahlbeteiligung lag Medienberichten zufolge bei unter 50 Prozent.

Die neue Regierung, der Bundesrat, wird im Dezember gewählt – wobei es in der Schweiz Tradition ist, dass die großen Parteien gemeinsam die Regierung bilden. Dafür kommen also auch andere Kräfte als die SVP infrage.

SVP-Chef Toni Brunner forderte einen weiteren Sitz für seine Partei im Bundesrat - der Regierung der Schweiz. Dort sind alle großen Parteien vertreten. Die sieben Mitglieder wechseln sich im Vorsitz ab und treffen ihre Entscheidungen hinter verschlossenen Türen im Konsens.