Bei Angriffen der russischen Luftwaffe auf syrische Rebellengebiete nördlich der Stadt Homs sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Zugleich gebe es in dem Gebiet schwere Gefechte zwischen Anhängern des syrischen Regimes und den Aufständischen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Ein Aktivist aus dem Ort Talbiseh sagte der Deutschen Presse-Agentur, unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Die Anhänger des Regimes seien vorgerückt. Sämtliche dieser Angaben lassen sich derzeitig nicht unabhängig überprüfen. 


"Die Menschen können nirgendwohin fliehen", sagte der Aktivist weiter. "Unter ihnen herrscht Angst und Schrecken. Als wäre es der Tag des Jüngsten Gerichts." Talbiseh ist umkämpft, weil durch den Ort eine wichtige Verbindungsstraße Richtung Norden führt.

Die syrische Armee hatte die Offensive in der zentralen Provinz Homs mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gestartet. Der Einsatz habe im Norden und Nordwesten der Provinz begonnen, berichtete das syrische Staatsfernsehen unter Berufung auf Armeekreise. Ziel sei es, "Sicherheit und Stabilität in den Dörfern und Städten der Region wiederherzustellen."

Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus syrischen Armeekreisen, dass der Militäreinsatz in Homs in "strategischer Verbindung" mit dem Einsatz in der Nachbarprovinz Hama stehe. Der Einsatz werde so lange andauern, bis das nördliche Homs gesichert sei und die Verbindungen zwischen Rebellen in Hama und Homs gekappt seien.

Die Stadt Homs befindet sich bis auf einen Stadtteil unter Regierungskontrolle, ebenso die Stadt Hama. Das Gebiet zwischen den Städten wird von verschiedenen gemäßigten und radikalen Kämpfern kontrolliert. Talbiseh selbst ist dem befragten Aktivisten zufolge unter Kontrolle von Einheiten der moderaten Freien Syrischen Armee. Extremisten wie die Nusra-Front – ein Ableger von Al-Kaida – gebe es in dem Ort nicht.

Syriens Armee und seine Verbündeten hatten in der vergangenen Woche mit russischer Luftunterstützung eine Bodenoffensive gegen die Aufständischen begonnen. Dabei handelt es sich um Gruppen, die auch mit der Terrorgruppe "Islamischer Staat" verfeindet sind. Die USA werfen Russland jedoch vor, vor allem vom Westen unterstützte gemäßigte Aufständische anzugreifen, um Syriens Staatschef Baschar al-Assad zu stärken.