Die USA und Russland haben sich zur Vermeidung von Missverständnissen ihrer Streitkräfte in Syrien auf militärischer Ebene abgesprochen. Es habe einen "freundlichen und professionellen Austausch" gegeben, sagte ein Pentagonsprecher. Nach Angaben des Weißen Hauses drehte sich das einstündige Gespräch darum, dass in dem Bürgerkrieg internationale Regeln eingehalten und die üblichen Kommunikationskanäle genutzt würden.

Der Austausch von Geheimdienst-Informationen sei aber nicht geplant. Ziel sei, "eine Art von Unfall am Himmel" zu vermeiden. "Das bedeutet nicht, dass wir dulden, was Russland getan hat." Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest warnte zugleich vor willkürlichen Angriffen, die den Krieg verlängern und Moskau tiefer in den Konflikt hineinziehen könnten.

Der Westen hatte Russland nach den am Mittwoch begonnen Luftangriffen vorgeworfen, dass auch moderate Kräfte und Zivilisten Opfer russischer Bombenangriffe in Syrien geworden seien. Russland weist dies zurück und geht nach eigener Darstellung mit Kampfflugzeugen gegen Terroristen vor.

Deutsche Verteidigungspolitiker kritisieren Putin

Verteidigungspolitiker von Union und SPD haben unterdessen die russischen Luftangriffe verurteilt. "Der russische Präsident darf nicht bombardieren, was er will", sagte der SPD-Experte Thomas Hitschler in der Bild-Zeitung. Wladimir Putin müsse deutlich machen, dass sein Ziel die Extremisten-Miliz IS sei. "Alles andere führt nur dazu, dass eine politische Lösung des Konflikts in weite Ferne rückt. Das darf nicht sein." Auch in der Union stieß das russische Vorgehen auf Kritik. Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Henning Otte, forderte Moskau auf, die Luftangriffe mit den USA zu koordinieren. Zuvor hatte Bundesaußenminister Steinmeier die russischen Luftangriffe kritisiert.