Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wollen die USA nun auch Bodentruppen nach Syrien entsenden. Weniger als 50 US-Soldaten würden in den kommenden Tagen in den Norden des Landes nahe der türkischen Grenze geschickt, teilte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mit. Präsident Barack Obama habe die Entsendung einer "kleinen Einheit von US-Spezialkräften" in den Norden Syriens genehmigt.

In Syrien sollen die Bodentruppen syrische und kurdische Kämpfer bei einer verstärkten Offensive gegen den IS unterstützen. Nach Angaben des Weißen Hauses handelt es sich dabei nicht um einen Kampfeinsatz. Die Kommandosoldaten würden den gemäßigten Oppositionskämpfern vor Ort Rat und Unterstützung bieten, sagte Sprecher Josh Earnest. Details zu ihrer Rolle wolle er nicht nennen.

Im Luftkrieg gegen den IS sollen auf dem türkischen Stützpunkt İncirlik weitere US-Kampfflugzeuge stationiert werden, darunter Spezialflugzeuge zur Unterstützung von Bodentruppen.

Der Kurswechsel der US-Regierung hatte sich in den vergangenen Tagen angedeutet. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte Bodeneinsätze gegen den IS nicht ausgeschlossen. Wenn sich die Gelegenheit zu Angriffen auf die IS-Miliz biete, würden die US-Streitkräfte diese nutzen, "ob aus der Luft oder mit direktem Eingreifen am Boden", sagte Carter.

Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen verschiedene Rebellengruppen nicht nur gegen die Regierung von Baschar al-Assad, sondern auch gegeneinander. Ein Bündnis mit der syrischen Regierung gegen den IS lehnen die USA strikt ab. 

In Wien haben derweil die Außenminister aus 19 Ländern eine Lösung des Krieges in Syrien diskutiert. Schon das Zustandekommen der Konferenz galt als diplomatischer Erfolg, da erstmals auch Saudi-Arabien und der Iran an den Gesprächen teilnahmen.

Diskutiert wurden Pläne für eine Waffenruhe und einen politischen Übergang. Die zentrale Frage eines Lösungsansatzes ist, welche Rolle Assad einnehmen darf – und wie lange. Während etwa Russland einen Neuanfang mit dem syrischen Präsidenten fordert, waren die USA in der Vergangenheit stets gegen einen Verbleib Assads. Vor der Wiener Konferenz ließen sie nun durchblicken, Assad könnte während eines Übergangs noch im Amt bleiben. Er müsse aber einwilligen, am Ende des Prozesses abzutreten. Russland und der Iran betonen dagegen, Assad sei vergangenes Jahr erst wiedergewählt worden und es sei Sache des syrischen Volkes, über seine Regierung zu befinden. Die syrische Opposition verlangt Assads sofortigen Abgang.