Die Meldungen über den Tod des mutmaßlichen Organisators der Terroranschläge in Paris haben sich bewahrheitet: Wie die Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte, wurde Abdelhamid Abaaoud am Mittwochmorgen bei der Polizeiaktion im Pariser Vorort Saint-Denis getötet. Der in der gestürmten Wohnung gefundene Leichnam sei eindeutig als der des belgischen Islamisten identifiziert worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit.

Auslöser des Einsatzes sei ein Hinweis gewesen, demzufolge sich Abaaoud in Saint-Denis aufhalten sollte, sagte Staatsanwalt François Molins. Abaaoud sei anhand von Hautproben identifiziert worden.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls bezeichnete Abaaoud in der Nationalversammlung als "eines der Gehirne der Anschläge". Valls lobte Geheimdienste und Polizei für ihre Arbeit.

Auch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve bestätigte, dass Abaaoud eine zentrale Rolle bei den Anschlägen in Paris gespielt habe. Er könnte zudem in den vereitelten Angriff auf den Thalys-Zug Ende August im belgisch-französischen Grenzgebiet und das geplante Attentat auf zwei Kirchen in Villejuif im Süden von Paris verwickelt gewesen sein.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge hat sich Abaaoud auch mehrfach in Deutschland aufgehalten. Die Bundespolizei habe ihn unter anderem am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln-Bonn kontrolliert, als er nach Istanbul fliegen wollte.

Abaaoud war nach Erkenntnissen der Behörden zeitweise bei der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien aktiv und soll die Pariser Anschläge geplant haben. Eigentlich war vermutet worden, dass sich der Belgier aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Syrien aufhält.

Sondereinheiten hatten am Mittwoch eine verdächtige Wohnung in Saint-Denis gestürmt. Dort hatten sie Abaaoud vermutet. Bei dem dramatischen, siebenstündigen Zugriff waren acht Menschen festgenommen worden. Neben Abaaoud kam auch dessen Cousine ums Leben. Sie sei die Frau gewesen, die sich bei der Polizeiaktion selbst in die Luft gesprengt habe, teilten französische Polizeibeamte mit.

Bei den Anschlägen in Paris vor knapp einer Woche hatten Angreifer an sechs Tatorten der französischen Hauptstadt gleichzeitig zugeschlagen und 129 Menschen ermordet. Sieben Terroristen wurden getötet, die meisten durch Selbstmordattentate.