Myanmars Präsident Thein Sein hat Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zu ihrem Wahlerfolg gratulieren lassen. Das erklärte ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD). So habe der Informationsminister Ye Htut der 70-jährigen Friedensnobelpreisträgerin im Namen des Präsidenten mitgeteilt, dass die NLD bei der Auszählung der Wählerstimmen führe und ihr gratuliere. Zudem habe Thein Sein versprochen, dass die Machtübergabe friedlich vonstatten gehen werde. Ye Htut selbst war für eine Bestätigung nicht zu erreichen.

Das Militär in Myanmar und Thein bekräftigten, das Ergebnis der "freien und gerechten" Wahl respektieren zu wollen. Das teilte Ye Htut auf Facebook mit.  

Die wohl vor einem eindeutigen Wahlsieg stehende Opposition hatte der Wahlkommission vorgeworfen, die Veröffentlichung der Ergebnisse absichtlich zu verzögern. So waren Befürchtungen aufgekommen, das Militär wolle das Ergebnis nicht respektieren. Mehrere wichtige Mitglieder der militärnahen Regierungspartei USDP haben ihre Niederlage bereits eingeräumt, darunter ihr Parteivorsitzender Htay Oo sowie Parlamentspräsident Shwe Mann.

Ye Htut sagte, ein von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erbetenes Treffen zur Bildung einer neuen Regierung werde erst stattfinden, wenn die Wahlkommission ihre Arbeit abgeschlossen habe. In der Nachwahlperiode würden die Führer des Landes darüber diskutieren, Frieden und Stabilität des Landes aufrechtzuerhalten.

Aung San Suu Kyi hatte ein Treffen mit dem Militärchef, dem Präsidenten und dem Vorsitzenden des Parlaments in der kommenden Woche erbeten. Dabei soll es wahrscheinlich um die Bildung einer neuen Regierung gehen. Es sei entscheidend, dass die Regierung die Ergebnisse der Wahl vom 8. November umsetze, schrieb Aung San Suu Kyi in Briefen an die drei Entscheidungsträger.

Die Nationale Liga für Demokratie (NLD), die Partei von Aung San Suu Kyi, steht vor einem historischen Wahlsieg. Fast 90 Prozent der bis Mittwoch von der Wahlkommission ausgezählten Mandate gingen an die NLD. Die Kommission hat bislang die Stimmen für 182 der 491 Abgeordnetensitze im nationalen Parlament veröffentlicht. Allerdings hat das Militär per Verfassung Anspruch auf 25 Prozent der Sitze. Aung San Suu Kyi selbst gewann in ihrem Wahlkreis Kawhmu, wie die Wahlkommission am Morgen bekannt gab.

Sollte sich das Ergebnis bestätigen, könnte sich dem südostasiatischen Land eine Chance für eine breitere demokratische Öffnung bieten. Damit ginge ein weiterer Machtverlust für die Militärjunta einher, die Myanmar ein halbes Jahrhundert lang beherrschte. 2011 hatte sie die Verantwortung an eine zivile Regierung abgegeben, die von der Armee gestützt wird.