Brüssel kehrt am Mittwoch wieder etwas zur Normalität zurück. Schulen und Krippen öffnen. Und auch die U-Bahnen fahren seit 6 Uhr wieder, wenn auch eingeschränkt: Von den insgesamt 69 Stationen werden laut Angaben der Verkehrsbetriebe zunächst nur 35 bedient.

Die höchste Terrorwarnstufe bleibt allerdings unverändert bestehen. Die belgische Regierung befürchtet ähnliche Anschläge wie in Paris. Es bestehe weiterhin eine "ernste und unmittelbare Bedrohung", sagte Premierminister Charles Michel. In den Straßen der Stadt patrouillieren nach wie vor Soldaten und Polizisten. Allein für die Sicherung der U-Bahnen und Schulen wurden laut belgischen Medienberichten 500 Sicherheitskräfte abgestellt.

Die Lage war von den Behörden am Montag erneut bewertet worden, mit dem Ergebnis die höchste Terrorwarnstufe um eine Woche zu verlängern. Das nationale Krisenzentrum empfiehlt den Menschen in Brüssel weiterhin, belebte Orte wie Bahnhöfe und Flughäfen zu meiden. Konzerte und Großereignisse werden abgesagt. Im Rest Belgiens gilt die zweithöchste Stufe.

Fahndung nach weiterem Verdächtigen

Hintergrund der Warnungen ist unter anderem die Fahndung nach mehreren Terrorverdächtigen, darunter der 26-jährige Salah Abdeslam. Er soll an den Anschlägen in Paris am 13. November mit 130 Toten und Hunderten Verletzten beteiligt gewesen sein. Seit Dienstag suchen die belgischen Behörden auch den 30-jährigen Mohamed Abrini.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Abrini vor, am 11. November zusammen mit Abdeslam in dem Renault Clio gesessen zu haben, den die Attentäter zwei Tage später bei den Anschlägen in Paris nutzten. Abrini sei am 11. November an einer Tankstelle in Ressons nördlich von Paris von einer Überwachungskamera gefilmt worden, hieß es. Der Mann sei gefährlich und möglicherweise bewaffnet. Nach ihm wird auch in Frankreich gefahndet.