Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Blauhelme beschäftigen die Vereinten Nationen. Betroffen sind nach UN-Angaben drei minderjährige Frauen in der Zentralafrikanischen Republik. Ein Vertreter sprach im Zusammenhang mit den Übergriffen von zwei Schwangerschaften. Zum genauen Alter der Opfer und dem Ort der Vergehen machte er keine Angaben. 

Die örtliche UN-Friedensmission teilte mit, von den neuen Vorwürfen erst am Mittwoch erfahren zu haben. Am Donnerstag werde ein Team zum Tatort entsandt, um "Fakten zu sammeln, die betroffenen Truppen zu sensibilisieren sowie Vorbeuge- und Strafmaßnahmen zu ergreifen".

Die UN untersuchen mindestens 16 andere Fälle dieser Art durch Blauhelmsoldaten und Polizisten in dem Land. Nach Bekanntwerden des Skandals hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im August den Leiter der Blauhelmmission entlassen. 

Dessen Nachfolger, Parfait Onanga-Anyanga, verurteilte jeglichen Missbrauchsfall als "absolut verabscheuungswürdig". Er versprach, dass "der Gerechtigkeit in jedem Fall Genüge getan" werde. 

Die aus mehr als 9.300 Soldaten und über 1.800 Polizisten bestehende UN-Friedenstruppe ist seit September 2014 in der Zentralafrikanischen Republik stationiert, um Gewaltausbrüche zwischen Christen und Muslimen zu unterbinden. Vor den Wahlen im Dezember werden Hunderte weitere UN-Blauhelme im Land erwartet.