Russland soll auch mit Bodentruppen in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen, berichtet der Spiegel. Dabei seien bereits zwei russische Elitesoldaten getötet worden. Es handele sich um Mitglieder einer Spezialeinheit des russischen Militärgeheimdienstes GRU, namentlich der 22. Speznas-Brigade. Diese ist im russischen Rostow am Don stationiert. Dort sollen am 12. November unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Beisetzungen stattgefunden haben. Seine Quellen nannte der Spiegel nicht.

Außerdem solle Russland das Regime von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit Truppentransporten und Artillerie unterstützen. Ein Militärflugzeug des Typs Iljuschin sowie große Mi-24-Hubschrauber sollen Assads Soldaten in Kampfgebiete fliegen. Russland verstärke die Regierungstruppen zudem mit Haubitzen vom Typ Msta-B, die eigentlich einer in Sibirien stationierten Einheit angehörten.

Die im Spiegel genannten Speznas sind eine mobile und schnell agierende Eingreiftruppe, die bereits den Separatisten in der Ostukraine geholfen haben soll. Schon Ende Oktober hatte es geheißen, mehrere Dutzend Elitesoldaten seien angeblich aus der Ostukraine nach Syrien verlegt worden, hatte das Wall Street Journal einen Beamten des Verteidigungsministeriums zitiert.

Auch Internetaktivisten hatten bereits vermeldet, russische Speznas-Soldaten in Syrien erkannt zu haben. Laut einem Bericht der Welt haben sie mithilfe von Bildern aus sozialen Netzwerken und von Satelliten nachgewiesen, dass russische Soldaten an mehreren Orten in Syrien stationiert seien. Sie befänden sich nahe der Städte Hama, Homs und Aleppo, weit entfernt von den bekannten russischen Stützpunkten Latakia und Tartus. Bei der von den Bloggern ausgemachten Speznas-Spezialeinheit soll es sich um die 16. Speznas-Brigade handeln. Die Blogger vermuteten allerdings, dass die Elitesoldaten mit Aufklärung beauftragt seien, anstatt mit aktiver Bodenoffensive.

Bisher war in Medienberichten von bis zu 2.000 Russen die Rede, die Assad auf syrischem Gebiet unterstützten, darunter Soldaten, Berater und technisches Personal. Die Welt hatte unter Berufung auf Diplomatenkreise der Nato berichtet, diese Zahl an Soldaten sei nicht hoch genug, "als dass man damit eine Bodenoffensive führen könnte".

Russland selbst streitet eine Bodenoffensive ab. Noch im Oktober sagte Wladimir Putin, Russland werde sich an keiner Feldoperation auf dem Territorium von Syrien oder anderen Staaten beteiligen. Offiziell unterstützt Russland die Truppen des syrischen Machthabers Assad nur mit Luftangriffen und von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus.

Spekuliert wurde jedoch immer wieder darüber, ob Russland Kampfflugzeuge in Syrien stationiere und Stützpunkte ausbaue.

Westliche Kritiker werfen Russland vor, dabei nicht nur die Extremistenmiliz "Islamischer Staat", sondern sämtliche oppositionelle Gruppen zu attackieren.