Die Bundeswehr wird auch im kommenden Jahr in Nordafghanistan stationiert bleiben. "Wir wollen die Mission Resolut Support in 2016 fortsetzen", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Die Partner hätten ihr zugesagt, dass sie "alle dazu notwendigen Kräfte und Fähigkeiten für die Speiche Nord auch weiterhin zur Verfügung stellen werden".

Seit Anfang des Jahres unterstützt die Nato die afghanischen Streitkräfte im Rahmen der Mission Resolut Support. Der Einsatz im Norden Afghanistans wird von der Bundeswehr geleitet, daran nehmen 1.500 Soldaten aus 21 Nationen teil. Diese bilden vor allem afghanische Soldaten aus.

Bisher war geplant, dass die 13.000 Nato-Soldaten bis Ende 2016 teils abgezogen und teils nach Kabul verlegt werden. US-Präsident Barack Obama hatte Mitte Oktober wegen der Sicherheitslage in Afghanistan jedoch entschieden, dass die amerikanischen Truppen bis Ende 2016 vollständig in dem Land bleiben werden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts kommentierte dies damals mit den Worten: "Es galt immer in Afghanistan das Prinzip: gemeinsam rein und gemeinsam raus."

"Es wird noch lange den Rückhalt dieser Nato-Mission brauchen", sagte von der Leyen nun. Dies sei Konsens der internationalen Partner. Taliban hatten vor mehr als einem Monat die Stadt Kundus überrannt. Das beschädigte das Vertrauen in die Nato und in die Regierung des Landes, deren Truppen Tage brauchten, um die Stadt zurückzuerobern.

Der afghanische Verteidigungsminister Mohammed Masum Staneksai sagte, es sei nötig, dass seine Soldaten weiter von Soldaten anderer Länder unterstützt würden. Ein festgelegtes Abzugsdatum lehnt er ab und sagte, über den Einsatz müsse entschieden werden "auf Grundlage der Notwendigkeit, nicht aufgrund eines Zeitstrahls".