Das ungarische Parlament hat eine Resolution gegen die EU-Quote zur Flüchtlingsverteilung verabschiedet. Die Abgeordneten der Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, vom christdemokratischen Koalitionspartner und der rechtsextremen Jobbik-Partei stellen sich damit gegen das Vorhaben, nach dem jedes EU-Mitgliedsland ein bestimmtes Kontingent an Migranten aufnehmen muss.

An dem Verfahren will Ungarn nicht teilnehmen. Die benachbarte Slowakei prüft ähnliche Schritte. Ende September hatten sich die EU-Innenminister nach langem Streit auf die Verteilung von 120.000 Flüchtlingen geeinigt – allerdings gegen den Widerstand mehrerer Länder. Neben Ungarn hatten Tschechien, die Slowakei und Rumänien dagegen gestimmt. Finnland enthielt sich.

Ungarn nimmt bisher wenige Hundert Flüchtlinge pro Jahr auf, Wirtschaftsmigranten werden abgelehnt. Das Land hat an seinen Grenzen zu Serbien und Kroatien Zäune gebaut. Das führte dazu, dass die Flüchtlinge jetzt versuchen, über Slowenien Richtung Westeuropa zu kommen.

Slowenien erwägt nun, den Flüchtlingsstrom aus Kroatien mithilfe eines Grenzzauns besser unter Kontrolle zu bringen. Ministerpräsident Miro Cerar sagte, sein Land werde die Grenzen nicht schließen, aber "technische Hindernisse" benutzen. Das könnte – falls notwendig – auch einen Grenzzaun beinhalten. Sein Land mit seinen zwei Millionen Einwohnern habe keine Möglichkeiten, um den Flüchtlingen bei Winterwetter die benötigten Hilfen anbieten zu können.

Falls Deutschland und Österreich die Zahl der Flüchtlinge begrenzen würden, die sie aufnehmen, würde Slowenien handeln müssen, sagte Cerar. Slowenien hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, zu klein zu sein, um den Flüchtlingsstrom durch das Land bewältigen zu können.