Die Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten nehmen verstärkt die Ölfelder der Terrororganisation "Islamischer Staat" ins Visier. Das berichtet die New York Times und beruft sich dabei auf Regierungsvertreter. Ziel sei es, die Terroristen finanziell zu schwächen. Der IS soll Berechnungen der US-Regierung zufolge jährlich rund 500 Millionen US-Dollar mit Öl-Geschäften einnehmen.

Wie die Zeitung berichtet, habe die Koalition in der Vergangenheit die Öl-Infrastruktur der Terroristen nur zögerlich angegriffen. Das werde sich nun ändern. In den kommenden Wochen würden die Luftstreitkräfte die acht größten Ölfelder unter Kontrolle der Terrororganisation ins Visier nehmen, schreibt das Blatt. Auch zwei Drittel der Raffinerien sollen zerstört werden. "Wir werden sie alle stilllegen", zitiert das Blatt aus der E-Mail eines in Bagdad stationierten Militärs.

In den vergangenen Wochen haben die Amerikaner der Zeitung zufolge die Ölfelder des IS intensiv analysiert. Bei früheren Attacken sei es den Terroristen gelungen, die Förderung bereits nach wenigen Tagen wieder aufzunehmen. Die neuen Luftangriffe sollen nun neuralgische Ziele treffen, mit dem Ziel, die Felder für einen längeren Zeitraum außer Betrieb zu setzen.

Erste Angriffe ist die Koalition der Zeitung zufolge bereits geflogen. So haben amerikanische Flugzeuge im Oktober 26 Ziele im Omar-Ölfeld bombardiert. Diese Woche hat die französische Luftwaffe ein weiteres Ölfeld angegriffen.

Das US-Militär hat einen Luftangriff auf den britischen IS-Kämpfer Mohammed E. geflogen, der als "Dschihadi John" mehrere westliche Geiseln enthauptet haben soll. Wie das Pentagon in Washington mitteilte, wurde der Terrorist bei einem Luftangriff in der syrischen Dschihadisten-Hochburg Rakka ins Visier genommen. Das Pentagon werte den Einsatz noch aus und werde zu gegebener Zeit weitere Informationen veröffentlichen, sagte ein Sprecher.

Der in Kuwait geborene britische Staatsbürger mit irakischen Wurzeln war in mehreren Internetvideos der Dschihadistenmiliz dabei zu sehen, wie er schwarz vermummt mehrere westliche Journalisten und Entwicklungshelfer enthauptet. Wegen seines britischen Akzents wurde er "Dschihadi John" genannt. Die Enthauptungsvideos sind im Westen zum Symbol der Grausamkeit der IS-Dschihadisten im Irak und in Syrien geworden.