Der Präsident der Malediven, Abdulla Yameen, hat den Notstand für 30 Tage ausgerufen. Grund dafür seien "Bedrohungen der nationalen Sicherheit", sagte ein Sprecher Yameens. Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt und die Rechte der Inselstaatsbewohner eingeschränkt. Die Regierung twitterte, dass Einzelne verdächtigt würden, "gefährliche Waffen und Sprengstoff" zu besitzen.

Im September war ein Anschlag auf Yameens Schnellboot verübt worden. Daraufhin war der Vizepräsident, Ahmed Adeeb, verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, an dem Attentat beteiligt gewesen zu sein. Der Präsident überlebte die Explosion, seine Frau wurde verletzt.

"Das Militär und die Polizei haben an zwei Orten Waffen und Sprengstoff gefunden. Da diese eine Bedrohung für Öffentlichkeit und Staat sind, hat der Nationale Sicherheitsrat gefordert, unmittelbar Maßnahmen einzuleiten, um die Menschen der Malediven zu beschützen", sagte der Generalstaatsanwalt Mohamed Anil.

Den Bewohnern des Inselstaats ist es nun verboten, zu protestieren oder zwischen den einzelnen Inseln zu reisen. Davon betroffen ist auch eine für Freitag angekündigte Großdemonstration. Die Opposition wollte für die Freilassung des früheren Präsidenten Mohamed Nasheed demonstrieren. Dieser war 2012 zurückgetreten, nachdem er einen Richter entlassen hatte. Dafür war er später zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die muslimisch geprägten Malediven sind eine Präsidialrepublik. Der Staatspräsident hat uneingeschränkte Macht über die Exekutive. Er wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt, anschließend muss er in einer Volksabstimmung bestätigt werden. Ein Mehrparteiensystem wurde erst im Jahr 2005 etabliert, seitdem gibt es fünf Parteien. Vor allem die demokratische Partei, der auch Nasheed angehörte, klagte wiederholt über Repressionen.